Welt : Da kommt er wieder

Arnold Schwarzenegger ist demnächst mit „Terminator 3“ im Kino – und bereitet eine Karriere als Politiker vor

Thomas Steiger

„Ja, ich würde liebend gerne Gouverneur von Kalifornien werden – wenn mich der Staat braucht und es niemanden gibt, von dem ich denke, dass er besser geeignet ist, dann werde ich kandidieren“, erklärte Arnold Schwarzenegger dem US-Magazin „Esquire“ und bestätigte damit Spekulationen über seine Ambitionen, ein politisches Amt für die Republikaner zu übernehmen. Unklar ist jedoch der Zeitpunkt. Schwarzenegger möchte ihn vom Verlauf seiner Schauspielerkarriere und dem Ausgang eines Bürgerbegehrens abhängig machen, das das Ziel hat, den demokratischen Amtsinhaber Gray Davis abzuwählen.

Davis wird vorgeworfen, den Staat sehenden Auges in den Ruin zu treiben. Die nächsten regulären Wahlen in Kalifornien sind 2006. Da laut US-Verfassung nur in den USA geborene Bürger Präsident werden können, bleibt dem am 30. Juli 1947 in Österreich geborenen und 1983 in die USA eingebürgerten Schwarzenegger das US-Präsidentenamt verschlossen, das er sonst eigenen Angaben zufolge – Ronald Reagan folgend – ebenfalls anstreben würde.

Kein langes Reden

„I’ll be back!“, sagte der Terminator einst zu einem Wachmann, der ihn abwies. Dann verließ er das Gebäude. Er schnappte sich ein Motorrad, bretterte durch die Wachstube des verdutzten Mannes und war seinem Ziel schon ein bedeutendes Stück näher. Die Szene macht für die Fans von Actionfilmen etwas her. Nicht nur, dass es Krawall zu sehen gibt, da ist ein Mann, der Nein nicht als Antwort akzeptiert und den weder Wachmänner, noch Glas, noch Eisen zurückhalten können. Da ist ein Mann, der seinen Weg geht. Der weiß, was er will. Der Zuschauer weiß: Arnold Schwarzenegger ist klar und geradeheraus. Er redet in seinen Filmen wenig, dafür ist die Botschaft immer eindeutig. Das Böse ist der Feind. Was dem Ziel im Weg steht, das wird weggeschossen. Das ist ein exzellentes Image, um ins Politikfach zu wechseln.

„Terminator 3 – Die Rebellion der Maschinen“ (kurz: T3) ist ein mindestens 175 Millionen Dollar teueres Actionspektakel, durch das sich eine Spur der Verwüstung zieht und das kein Versprechen an Spezialeffekten und kurzweiligen Actionsequenzen schuldig bleibt. Sie sind genauso ansehnlich wie der neue, eiskalte Killerroboter T-X, der von dem Model Kristanna Loken gespielt wird. Auch in dieser Folge geht es darum, dass die Maschinen aus der Zukunft einen unzerstörbaren Killerroboter schicken, um mit John Connor (Nick Stahl) beizeiten den einzigen Menschen zu töten, der ihre Herrschaft beenden kann. Gleichzeitig kommt aus der Zukunft ein veraltetes T 800-Modell (Arnold Schwarzenegger) um Connor zu retten. Das Geld für T3 wurde übrigens von der IM Internationalmedia AG in München über den eigens für diesen Film eingerichteten Medienfonds IMF 3 aufgebracht und von der IM-Tochter Intermedia produziert.

Kaum ein Schauspieler wird derart mit nur einer Rolle identifiziert wie der mittlerweile 55-jährige Arnold Schwarzenegger. Das ist wohl der Grund, warum Schwarzenegger nach 1984 und 1991 zum dritten Mal in die Haut des Terminators geschlüpft ist. Zumal er in den vergangenen Jahren mit seiner sonstigen Rollenwahl nicht den gewünschten Erfolg erzielen konnte. Andererseits ist der Terminator nun mal jene Figur, auf deren Beliebtheit der Sohn eines Polizisten aus Graz eine zweite Karriere in der Politik aufbauen kann. Diese bereitet er strategisch vor. Am US-Unabhängigkeitstag, dem 4. Juli, stellte er „Terminator 3“ US-Soldaten in Bagdad vor. Schwarzenegger ist Vorsitzender der „Nation Inner-City Games Foundation“, die kostenlose Sport- und Computerangebote für Kinder aus einkommensschwachen Familien bereitstellen. Auf seine Initiative hin wurde in Kalifornien ein Gesetz erlassen, das die Nachmittagsbetreuung von Kindern regelt. Schwarzenegger ist ein liberaler Republikaner, der für Schwulenrechte, für das Recht auf Abtreibung und für Waffenkontrolle eintritt. Außerdem liebt er Havannas, die in den USA noch immer verboten sind. Aber welcher Wächter würde sich schon trauen, ihm das Rauchen einer Havanna zu verbieten.

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