Dänemark : Brandstiftungen gehen weiter

Die Welle der Gewalt in Dänemark hält an. Auch in der vergangenen Nacht wurden zahlreiche Feuer gelegt. Auslöser der Krawalle ist ein neuer Streit um die Mohammed-Karikaturen. Gegen deren Zeichner könnte zudem ein Mordplan geschmiedet worden sein.

Brandstiftungen in Dänemark
Brennendes Auto in Kopenhagen. -Foto: dpa

KopenhagenDie Welle der Gewalt in Dänemark hält an: Brennende Autos, schwelende Abfallcontainer, Feuer in Hauseingängen. In der Nacht zum Samstag haben Jugendliche in mehreren Städten des Landes Brände gelegt. Menschen kamen nicht zu Schaden. Die Krawalle werden von der Polizei überwiegend Gruppen mit Zuwanderer-Hintergrund zugeschrieben. 29 Festgenommene sollen dem Haftrichter vorgeführt werden.

Die Polizei konnte nach eigenen Angaben eine Brandstiftung an einer Schule im Kopenhagener Vorort Birkerød verhindern. Am Vortag war eine andere Schule teilweise niedergebrannt. Gegen einen 15-Jährigen wurden zwei Wochen Untersuchungshaft verhängt, weil er sich im Fernsehen für eine Fortsetzung der Krawalle ausgesprochen hatte. Justizministerin Lene Espersen will hart gegen die Randalierer vorgehen.

Auslöser: Mohammed-Karikaturen

Die Unruhen waren bereits kurz vor Beginn eines neuen Streits um die Mohammed-Karikaturen der größten dänischen Zeitung "Jyllands-Posten" ausgebrochen. Als Hauptgrund für die Unruhen gelten generelle Integrationsprobleme und die Zuspitzung lange schwelender Konflikte zwischen beteiligten Gruppen und der Polizei.

In Kopenhagen demonstrierten am Freitagabend rund 2000 Muslime gegen die erneute Veröffentlichung der Karikaturen in zahlreichen Zeitungen. Hintergrund war die Festnahme von drei Männern, die nach Überzeugung der Polizei den Mohammed-Karikaturisten Kurt Westergaard ermorden wollten. Zur Demonstration hatte die in Deutschland verbotene Islamisten-Organisation Hizb ut-Tahrir aufgerufen. (ck/dpa)

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