Dänemark : Islamkritiker entgeht knapp Attentat

Der umstrittene Lars Hedegaard soll am Dienstag knapp einem tödlichen Anschlag entgangen sein. Der dänische Islamkritikers berichtet, der Täter habe mehrmals aus nächster Nähe auf ihn geschossen - doch er habe sich erfolgreich gewehrt.

Umstrittener Islamkritiker Lars Hedegaard: "Es überrascht mich aber schon, das ich erschossen werden sollte."
Umstrittener Islamkritiker Lars Hedegaard: "Es überrascht mich aber schon, das ich erschossen werden sollte."Foto: AFP

Der wegen seiner Haltung zum Islam umstrittene dänische Schriftsteller Lars Hedegaard ist nach Angaben seiner Anhänger am Dienstag nur kapp einem tödlichen Anschlag entgangen. Wie die Polizei mitteilte, wurde gegen Mittag ein Schuss auf einen Mann im Kopenhagener Stadtviertel Frederiksberg abgegeben. Der Schütze habe jedoch sein Ziel verfehlt und sei dann geflohen.
Hedegaard ist Vorsitzender der Organisation Freie Pressegesellschaft, welche die Meinungs- und Redefreiheit durch den Islam bedroht sieht. Die Vorsitzende der schwedischen Schwesterorganisation, Ingrid Carlqvist, sagte, der von der Polizei genannte Schütze habe Lars Hedegaard angegriffen. Der etwa 25 Jahre alte Mann habe den Schriftsteller in dessen Haus in Kopenhagen unter dem Vorwand aufgesucht, ihm ein Paket ausliefern zu wollen.
Als Hedegaard die Tür öffnete, habe der „arabisch aussehende“ Mann, der eine Jacke mit dem Emblem der dänischen Post getragen habe, ihm eine Waffe an den Kopf gehalten. Doch der Schuss habe sein Ziel verfehlt. Auch zwei weitere Versuche, Hedegaard zu erschießen, seien fehlgeschlagen, sagte Carlqvist.
Hedegaard sagte der Zeitung „Politiken“, er habe den Täter angegriffen und ihm auf den Kopf geschlagen. Carlqvist erklärte, der Islam sei „eine totalitäre Ideologie und eine Bedrohung unserer Art zu leben“. Die Freie Pressegesellschaft werde sich nicht zum Schweigen bringen lassen.

Hedegaard ist Vorsitzender der dänischen Gesellschaft für Pressefreiheit und profiliert sich als betont scharf formulierender Islamkritiker. Der früher als Linkssozialist bekannte Hedegaard sagte über seine Reaktion zu dem Anschlag: „Das ist inzwischen wohl das, was man erwarten muss, wenn man in diesem Land seine Meinung sagt. Es überrascht mich aber schon, das ich erschossen werden sollte.“
Hedegaard hatte scharfe Proteste sowie auch Gerichtsverfahren durch die Äußerung ausgelöst, dass es ein im Islam akzeptiertes Recht auf Vergewaltigung gebe.

In Dänemark kommt es seit den von „Jyllands-Posten“ veröffentlichten Mohammed-Karikaturen immer wieder zu Übergriffen. Seit 2006 konnten in Dänemark und im benachbarten Schweden mindestens vier Mordanschläge zur „Vergeltung“ rechtzeitig verhindert werden. Der Karikaturist Kurt Westergaard überstand 2010 ein Attentat in seinem Haus nur knapp. Der schwedische Künstler Lars Vilks, der eine Zeichnung mit dem Propheten Mohammed als Hund ausgestellt hatte, war zweimal Ziel eines Anschlags. (AFP)

12 Kommentare

Neuester Kommentar