Darmkrebs : Keine Angst vor Peinlichkeit

Darmkrebs ist heilbar, wenn man sich rechtzeitig einer Darmspiegelung unterzieht – eine Gala in Berlin.

Elisabeth Binder

Felix Burda war erst 33 Jahre alt, als er starb, aber sein Vermächtnis kann sich sehen lassen. Zwei Jahre vergingen von der Diagnose Darmkrebs bis zu seinem Tod. Der Sohn des Verlegers Hubert Burda aus erster Ehe nützte die Zeit, noch selbst am Aufbau der nach ihm benannten Stiftung zu helfen. Um anderen Menschen sein Schicksal zu ersparen. Wenn Darmkrebs rechtzeitig erkannt wird, ist er heilbar. Um ihn zu erkennen, muss man allerdings eine Darmspiegelung machen.

„Als wir anfingen, wollte niemand über Darmkrebsvorsorge sprechen“, erinnert sich Felix Burdas Mutter Christa Maar. Seit dem Jahr 2001, in dem Felix Burda starb, hat die Stiftung viel erreicht. In den vergangenen sieben Jahren haben 3,5 Millionen Menschen die Vorsorgekoloskopie wahrgenommen, die 2002 als gesetzliche Leistung der Krankenkassen eingeführt wurde. Jedes Jahr sterben 1000 Menschen weniger an Darmkrebs.

Die Stiftung hat das Thema erfolgreich mit Hilfe von Glamour salonfähig gemacht. „Bei einer Bambi-Verleihung ging Nina Ruge von Tisch zu Tisch und fragte die prominenten Gäste, ob sie schon bei der Koloskopie waren“, erzählt Christa Maar. Inzwischen beteiligen sich unter anderen Barbara Schöneberger, Günter Netzer, Wolfgang Stumph, Maria Furtwängler, Wladimir Klitschko und Sandra Maischberger an der Anzeigenkampagne für Darmkrebsfrüherkennung. Der Titel der Kampagne „I Feel Good“ weist darauf hin, dass man sich völlig gesund fühlen und trotzdem krank sein kann.

Zum siebten Mal werden in diesem Jahr die Felix-Burda-Awards verliehen in bester Bambi-Manier. Dazu treffen sich Politiker, Repräsentanten aus dem Gesundheitswesen und Prominente zur Gala der Felix-Burda-Stiftung in Berlin. Am 29. März findet sie im Adlon statt.

Einer Erhebung der Felix-Burda-Stiftung zufolge sind nur 65 Prozent der Zielgruppe Vorsorger, die dem Thema Darmkrebsvorsorge gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen sind.

Es gibt immer noch viele Verdränger (12 Prozent) und Vermeider (23 Prozent), die Angst haben, bei einer Untersuchung könne Krebs entdeckt werden und die deswegen gar nicht erst hingehen oder die Gespräche über Darmprobleme peinlich finden. Jedes Jahr sterben rund 27 000 Menschen an Darmkrebs, werden rund 73 000 Menschen neu mit der Diagnose konfrontiert. Wer über 50 ist, sollte regelmäßig zur Vorsorge gehen, weil das Risiko zu erkranken dann wächst. Elisabeth Binder

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