Welt : Das bisher zweitschlimmste Jahr seit Beginn der Erhebungen

Der Leiter des Internationalen Pressinstituts forderte die Regierungen von Krisengebieten zu einer strengen Ahndung von Mordfällen auf

Im ablaufenden Jahr sind weltweit 86 Journalisten und Medien-Mitarbeiter getötet oder ermordet worden. Wie der Internationale Journalistenverband und das Internationale Presseinstitut in ihrem am Mittwoch in Brüssel veröffentlichten Bericht feststellten, war dies das bisher zweitschlimmste Jahr seit Beginn der Erhebungen. Unter den Toten waren auch die beiden deutschen "Stern"-Mitarbeiter Gabriel Grüner und Volker Krämer und ihr Übersetzer Alit. Alle drei kamen im Kosovo-Krieg ums Leben.

Allein 25 Pressevertreter starben 1999 in der Republik Jugoslawien. Davon wurden 16 in dem von Nato-Bomben getroffenen Gebäude des serbischen Radios und Fernsehens in Belgrad getötet. Der Bürgerkrieg in Sierra Leone kostete zehn Medienmitarbeitern das Leben, in Kolumbien gab es sechs Opfer. Weitere Todesfälle gab es bei den Konflikten in Tschetschenien, in Kaschmir und Ost-Timor.

Der Leiter des Internationalen Presseinstituts, Johann P. Fritz, forderte am Mittwoch die betroffenen Regierungen auf, Übergriffe und umstrittene Todesfälle zu untersuchen. "Es darf keine Straflosigkeit für Mörder von Journalisten und Medienmitarbeitern geben", sagte Fritz.

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