Welt : Das ist nicht Laura Tonke

Eine Klarstellung zu einem Foto

Andreas Oswald

Es ist alles Gold, was glänzt. Transvestiten haben schon manchem Mann den Kopf verdreht, der angesichts eines scharfen Fummels nicht mehr genau hinschaut, wen er da vor sich hat. Der Redakteur dieser Weltspiegel-Seite hat in der Sonntagsausgabe ein Portrait der Berliner Schauspielerin Laura Tonke veröffentlicht und zwei Fotos dazugestellt. Noch am selben Tag meldete sich der stadtbekannte Transvestit, Entertainer und DJ Nina Queer lachend am Telefon und sagte, die Frau in dem roten Fummel sei er. Er nehme die Sache von der lustigen Seite, sagte er. Auch Laura Tonke sagte, dass es sich um jemand anderen handle, nehme das aber nicht weiter übel. Hier also die Klarstellung: Die Person links im Bild ist Nina Queer, rechts ist Laura Tonke, die in dem neuen Prenzlauer-Berg-Film „Im Schwitzkasten“ spielt, der heute Abend im Berliner Kino International Premiere hat. Wie kam die Panne zustande? Das linke Foto hatte ein Fotograf der Nachrichtenagentur dpa bei der Premiere von „Sommer vorm Balkon“ aufgenommen. Die Agentur archivierte das Bild versehentlich unter dem Namen Laura Tonke. Dass es sich um die Drag Queen Nina Queer handeln könnte, auf diese Idee kam sie nicht. Die Frisur, die Figur, auch das Lachen – die Agentur dachte, es sei Laura Tonke. Als der Tagesspiegel-Redakteur das rasante Bild im dpa-Archiv sah, nahm er es sofort als Illustration, auch für die Seite eins, wo der Beitrag angekündigt wurde. Er hätte stutzig werden können, die Oberarme waren etwas dicker als bei Laura Tonke. Zudem müssen Zeitungen bei Filmpremieren besonders aufpassen. Immer wieder treten dort Doppelgänger auf, zuletzt bei der Berliner Premiere von „King Kong“, als plötzlich ein Silvio Berlusconi auftauchte, der sich als der römische Schuhverkäufer Maurizio Antonini entpuppte.

Die Redaktion entschuldigt sich bei den Beteiligten und den Lesern.

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