Welt : Das kann ja heiter werden

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Nach dem herrlichen Wochenende mit viel Sonne und klarer Fernsicht beginnt die neue Woche in Deutschland eher nasskalt. Heute Morgen soll es in Berlin und Umgebung zwar noch etwas sonnig sein, aber im Laufe des Tages ziehen Wolken auf. Sie sind der Auftakt einer sehr wechselhaften Woche, die einen bedeckten Himmel und Niederschläge bringen wird. Auch Schneefälle werden nicht ausgeschlossen. Vor allem am Donnerstag dürfte es soweit sein, sagt die Meteorologin Tanja Lamprecht von Meteomedia, der Wetteragentur des Fernsehmeteorologen Jörg Kachelmann. Doch ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass der Schnee liegen bleiben wird. Tagsüber steigen die Temperaturen auf 3 bis 5 Grad. Nachts herrscht leichter Frost.

Auch der Deutsche Wetterdienst in Offenbach kündigt einen Wetterumschwung für ganz Deutschland an. Schuld sind die Tiefdruckgebiete "Viola" und "Umberta". Sie bringen Wolken und Regen, wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach am Sonntag mitteilte. "Umberta" versorgt Deutschland von der Ems in Richtung Süden bis über den Main mit kräftigen Regenfällen. "Viola" rückt von Süden erst einmal nur mit Wolken heran. Die Temperaturen fallen auf vier bis neun Grad am Montag. Im höheren Bergland schneit es. Dienstag wird das Wetter noch unfreundlicher: Zu Regen und niedrigeren Temperaturen gesellt sich ein kräftiger Wind. Allerdings ist diese Phase nur vorübergehend. "Das Wetter fährt Achterbahn", sagte eine Meteorologin.

"Ursache ist ein Westwind-Band, das immer neue Tiefdruckgebiete vom Atlantik über die Britischen Inseln Richtung Deutschland führt", sagt Tanja Lamprecht von Meteomedia. Eine Winterphase mit strengem Frost erwartet die Meteorologin nicht. Eher trübes Schmuddelwetter, wie es viele Menschen besonders hassen.

Dafür konnten die Menschen in Deutschland das Wochenende in vollen Zügen genießen. Strahlender Sonnenschein ließ die Kassen in Zoos und Ausflugslokalen klingeln und lockte zahlreiche Motorradfahrer mit ihren Maschinen auf die Piste. Herrliche Fernsicht bot sich vor allem Ausflüglern in den Mittelgebirgen. Von den Höhen im Erzgebirge, Harz, Sauerland oder Taunus konnten sie den Blick am Samstag bis weit über 70 Kilometer ins Umland schweifen lassen. Am höchsten Berg Deutschlands, der Zugspitze, verdeckten am Samstag nach Angaben des Wetterdienstes allerdings Wolken die Sicht. Sonntag war es auch hier klar.

Keine Insektenplage im Sommer

Trotz des milden Jahresbeginns wird es nach Expertenansicht keine sommerliche Insektenplage geben. Die Menge der bereits aktiven Insekten "ist nicht ungewöhnlich", sagte der Biologe und Artenschutzexperte der Hamburger Umweltbehörde, Lorenz Wehrmann, in Hamburg.

"Sobald es warm ist, werden die Tiere aktiv", sagte Wehrmann. Erste Schnecken und Insekten seien bereits unterwegs. Bei milden Temperaturen verlassen aber nicht nur Schnecken ihre Winterdomizile in Form von schützenden Erdlöchern. Auch Kröten und Frösche kommen aus ihren Verstecken hervor. Die alte Bauernregel, nur harte Winter seien gute Winter, weil Schädlinge und Insekten die Minustemperaturen angeblich nicht überstehen, hebt Lorenz Wehrmann auf.

Denn: Insekten erzeugen vor Beginn ihrer Winterstarre körpereigenes Glycerin, das sie vor dem Kältetod bewahrt. "Insekten können in ihrem eigenen Körpersaft überwintern." So können die Insekten problemlos Temperaturen bis minus 20 Grad Celcius in vollkommener Erstarrung überleben. Wehrmann: "Sie gefrieren einfach nur, aber erfrieren nicht."

Die Temperaturen bestimmen das Ende der scheinbar leblosen Winterphase. "Die Winterstarre endet dann, wenn es draußen bleibend warm ist", sagte Lorenz Wehrmann. Die derzeit milden Temperaturen stellen nach Ansicht des Experten allerdings keinen ungewöhnlichen Ausreißer dar. Im Regelfall wird die Tierwelt "Anfang März" wieder lebendig.

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