Welt : Das lange Sterben des Prinzen

Der Niederländer Johan Friso ist tot. Seit seinem Skiunfall im Februar 2012 lag er im Wachkoma.

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Prinz Friso, hier beim Skiurlaub 2011 mit seiner Frau Mabel und den Töchtern Zaria und Luana. Foto: Reuters
Prinz Friso, hier beim Skiurlaub 2011 mit seiner Frau Mabel und den Töchtern Zaria und Luana. Foto: ReutersFoto: REUTERS

Berlin - „Seine Majestät der König teilt zum großen Leidwesen mit, dass heute Morgen Seine Königliche Hoheit Prinz Johan Friso Bernhard Christiaan David, Prinz von Oranien-Nassau, Freiherr von Amsberg im Palais Huis ten Bosch in Den Haag im Alter von 44 Jahren gestorben ist.“ So beginnt die traurige Nachricht des königlichen Hauses, die das Informationsamt der Niederlande am Montagnachmittag verbreitet hat. Prinz Johan Friso ist an Komplikationen gestorben, die infolge seiner Hirnschädigung durch einen Mangel an Sauerstoff nach seinem Ski-Unfall am 17. Februar 2012 im österreichischen Lech aufgetreten sind.

Die königliche Familie hält sich nach Angaben der Website der niederländischen Tageszeitung „de Volkskrant“ im Urlaub in Griechenland auf und hat diesen Urlaub nun abgebrochen, um in die Niederlande zurückzukehren.

Ein Schock für die Niederlande und den in diesem Jahr ins Amt gekommenen König Willem-Alexander, der noch kurz vor seiner Amtseinführung auch an seinen jüngeren Bruder gedacht hatte: Es war für ihn „eine schreckliche Situation, in der die Familie seit mehr als einem Jahr lebte. Frisos Frau und meine Mutter tun unglaublich ihr Bestes, um jeden Tag für ihn da zu sein“, hatte Willem-Alexander im April gesagt. Am Sonntag hatte Johan Frisos Witwe Mabel noch mit den Kindern ihren Geburtstag gefeiert.

In dem Kommuniqué, das der Hof herausgebracht hat, wurde allen herzlich für die „ausgezeichnete und zugewandte Pflege“ gedankt.

Nachdem der Prinz bei dem Ski-Unglück jenseits der ausgewiesenen Pisten von einer Lawine verschüttet worden war, wurde er zunächst auf der Intensivstation des Landeskrankenhauses in Innsbruck behandelt, wo ihn seine Frau und die damalige Königin Beatrix oft besucht hatten. Im März vergangenen Jahres wurde er dann in das Wellington-Krankenhaus in seinen Wohnort London verlegt. Wie das Informationsamt mitteilt, hatte der Prinz seit November 2012 Zeichen von sehr geringem Bewusstsein gezeigt, ein Zustand, der sich seitdem nicht mehr verändert hatte. Daher hatte sich die Familie entschlossen, ihn im Juli dieses Jahres in den Palast Huis ten Bosch zu verlegen, dem ehemaligen Wohnsitz von Königin Beatrix und künftigen Wohnsitz des Königspaares. Er sollte den Sommer im Kreise der Familie verbringen. In Huis ten Bosch wurde der Prinz von zwei Medizinern betreut. Der Zustand sei noch immer besorgniserregend, hatte es noch im Juli geheißen. Eine weitere Behandlung in einem Krankenhaus sei nicht mehr nötig gewesen. Daher habe man beschlossen, sich nach intensiver Beratung nach einem geeigneten Pflegeplatz im Vereinigten Königreich oder in den Niederlanden umzusehen, wie „de Volkskrant“ meldete. Die Familie hatte vor der Verlegung gebeten, die Privatsphäre des Prinzen zu respektieren.

Die Niederlande zeigen sich geschockt von dem plötzlichen Tod des Prinzen, der seit seiner Vermählung mit Mabel Smith im Jahr 2004 nicht mehr Mitglied des Königshauses war und damit auf Thronansprüche verzichtet hatte. Im Internet wurde ein Kondolenzregister eingerichtet. Premierminister Rutte bezeichnete die Nachricht vom Tod des Prinzen als einen Schock. Es sei besonders schwer für Prinzessin Mabel und die Töchter Luana und Zaria, nun damit fertig zu werden, dass sie künftig ohne Mann und Vater weiterleben müssen. Auch für Prinzessin Beatrix sei das Leid unermesslich groß. Rutte forderte die Niederländer auf, intensiv der Familie Kraft zu wünschen. Politiker aller Parteien zeigten sich tief getroffen von der Todesnachricht.

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