Welt : Das Öl ist auf dem Weg nach Florida

Washington/Paris - Die Ölpest im Golf von Mexiko ist auf dem Weg nach Florida. Aufnahmen des Satelliten Envisat der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA) zeigen, dass eine Zunge des Ölteppichs auf die Strömung getroffen ist, die im Uhrzeigersinn den Golf durchfließt. „Mit diesen Bildern aus dem Weltraum haben wir den sichtbaren Beweis, dass zumindest Öl auf der Wasseroberfläche die Strömung erreicht hat“, erläuterte Bertrand Chapron vom französischen Meeresforschungsinstitut IFREMER am Mittwoch. „Es ist wahrscheinlich, dass er binnen sechs Tagen Florida erreicht.“ Längerfristig könnte ein Teil des Öls auch in den Golfstrom gelangen und dann sogar die US-Ostküste hochziehen.

An der Quelle der Katastrophe sprudeln weiter täglich Hunderte von Tonnen Rohöl ins Meer. Einen Teil des Öls fängt der Plattformbetreiber BP nun ab. Die genaue Menge des auslaufenden Öls ist aber unklar. BP gab den Wert mit etwa 700 Tonnen pro Tag an. Etwa zwei Fünftel davon würden abgefangen. Fachleute vermuten, dass viel mehr Öl aus den Lecks sprudelt.

Unterdessen scheiterte die US-Regierung mit ihrem Versuch, die Ölindustrie per Gesetz für Schäden stärker zur Kasse zu bitten. Bisher gilt für die Ölfirmen eine gesetzliche Obergrenze für Schadenersatz von 75 Millionen Dollar (rund 61 Millionen Euro). Die US-Regierung hat vorgeschlagen, die Obergrenze auf 10 Milliarden Dollar hochzusetzen. Doch die Republikaner blockierten die Gesetzesvorlage am Dienstag im Kongress erneut. Außerdem prüft die US-Regierung mögliche Sicherheitsprobleme auf einer weiteren BP-Ölförderplattform. Innenminister Ken Salazar sagte, man gehe Hinweisen zu Sicherheitsbedenken auf der „Atlantis“ nach, die ebenfalls im Golf von Mexiko steht. Die Plattform ist eine der größten Ölförderanlagen der USA. dpa/rtr

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