Welt : Das Unglück in der Schweiz: Gute Noten für den Gotthard

Weitere Informationen:<br><br> www.gotthardtunnel

Der Gotthardtunnel in der Schweiz hat für Katastrophenfälle ein gutes Fluchtsystem. Dem 16,3 Kilometer langen Bauwerk wurde beim Tunneltest des deutschen Automobilclubs ADAC von 1999 deshalb das Gesamturteil "gut" zuerkannt. "Das große Plus des Gotthardtunnels ist es, dass er als einer der wenigen Tunnels auf der ganzen Länge einen Sicherheitstunnel parallel zur Tunnelröhre hat", sagte ADAC-Sprecher Robert Sauter am Mittwoch in München. Großes Manko des Gotthardtunnels sei jedoch, dass er einröhrig ist und es deshalb Gegenverkehr mit der Gefahr von Frontalzusammenstößen gibt. Eine zweite Röhre sei wegen Vorbehalten der Anrainergemeinden nicht durchzusetzen. Zur guten Regelung der Fluchtmöglichkeiten beim Gotthard gehörten auch die Fluchtkammern alle 250 Meter im Verkehrstunnel, von denen man aus in den Sicherheitsstollen gelangen könne. "Dies ist ein eng gestaffeltes System von Fluchtmöglichkeiten", betonte Sauter. Beim Tunneltest 1999 wurde jedoch ein ungenügendes Abluftsystem im Gotthardtunnel kritisiert, das aber bis zum kommenden Jahr nach ADAC-Angaben optimiert werden sollte. Bei einem modernen Abluftsystem könne man von der Tunnelwarte aus im Brandfall die Deckenklappe über dem Brandherd öffnen und alle anderen Klappen schließen, so dass der Rauch gut abgesaugt werden könne. Der 1980 eröffnete Gotthard-Tunnel ist der zweitlängste der Welt und eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen durch die Alpen. Er ist 7,8 Meter breit und wird täglich von etwa 18 000 Fahrzeugen durchquert. Für Feuerwehrfahrzeuge ist der Stollen mit zwei Metern Breite allerdings zu eng. Pro Jahr werden durchschnittlich 44 Unfälle und 5 Brände gezählt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar