DAS VIRUS UND ASIEN : Kehrt die große Epidemie zurück?

Im Kampf gegen die Schweinegrippe aktivieren auch Asiens Regierungen ihre Seuchenschutzprogramme. Mit Gesundheitskontrollen an Flughäfen, Aufklärungskampagnen, Quarantänemaßnahmen und der Untersuchung von Schweinefleischimporten wollen die Behörden eine Ausweitung des H1N1-Virus verhindern, das in Mexiko bereits mutmaßlich über hundert Menschenleben gefordert hat. Zwar wurden in der Asien-Pazifik-Region bisher nur in Neuseeland Verdachtsfälle gemeldet. Doch Experten befürchten, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis das Virus sich weltweit verbreite. „Das ist der Countdown zu einer Pandemie“, erklärte am Montag der Hongkonger Virologe Guan Yi, der 2003 als einer der Ersten das Sars-Virus identifiziert hatte. Er glaube, dass die Übertragung zwischen Menschen bereits stattfinde. „In den USA mag das Virus schwächer aussehen, aber da es ständig mutiert, könnte es sich in anderen Regionen aggressiver ausbreiten.“ Besonders in dicht besiedelten Ländern wie China oder Indien bestehe die Gefahr einer Masseninfektion. 2003 hatte die in Südchina entstandene Lungenkrankheit Sars weltweit 775 Menschenleben gefordert, davon über 90 Prozent in Asien. Damals wurden weite Bereiche des asiatischen Wirtschaftslebens über Wochen lahmgelegt, weil viele Menschen nicht mehr zur Arbeit gehen konnten und Konsum, Handel und Reiseverkehr einbrachen. In der gegenwärtigen Wirtschaftskrise würde eine Pandemie die weltweiten Bemühungen zur Konjunkturbelebung großenteils zunichtemachen. Doch die Erfahrungen aus dem Kampf gegen Sars und das seit über zehn Jahre kursierende Geflügelgrippevirus H5N1 sollen den Regierungen nun helfen, die Schweinegrippe einzudämmen. bba

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