Welt : Das weiße Wunder

Vor Australiens Nordostküste schwimmt ein exotisches Walkalb. Viele deutsche Touristen sind fasziniert

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Naturschauspiel. Dieser Babywal wurde jetzt von Australiern gesichtet. Foto: privat
Naturschauspiel. Dieser Babywal wurde jetzt von Australiern gesichtet. Foto: privat

Der Australier Wayne Fewings traute seinen Augen nicht. Da entdeckte der Mann aus dem Bundesstaat Queensland nahe den bei Touristen beliebten Whitsunday Inseln bei einer Bootsfahrt einen Buckelwal – mit einem schneeweißen Kalb: „Plötzlich streckte der weiße Wal seinen Kopf aus dem Wasser, nur 150 Meter von unserem Boot entfernt.“ Fewings zufolge schwamm das weiße Walkalb noch zehn Minuten um das Boot herum und sprang immer wieder aus dem Wasser. Und alle zückten ihre Handykameras.

Denn eigentlich sind Buckelwale dunkelfarben, an den alten Tieren setzen sich sogar über die Jahre Muschelkolonien und Saugfische fest. Die Tierart war schon vom Aussterben bedroht, sie steht weltweit unter Artenschutz.

Von dem Exotenbaby ist nun auch Doktor Mark Read, ein Spezialist der Great Barrier Reef Marine Park Authority, ganz fasziniert. Denn, das bestätigte auch Viola Ehrig von „Tourism Whitsundays“, weiße Buckelwale „sieht man auch in Nordostaustralien nur sehr selten“. Jedes Jahr ziehen etwa 12 000 Wale durch die Gewässer der Whitsundays. Die Inseln sind für ihren ebenso fast weiß leuchtenden Sand bekannt. Biologe Mark Read sagt, dass maximal zehn Tiere, die man zu Gesicht bekommt, so eine strahlend weiße Farbe haben. Für die gänzlich weiße Färbung ihrer Kälber müssen beide Waleltern teilweise oder gänzlich weiß sein. Das Alter des weißen Kalbs schätzen die Experten wegen der Form der Flossen auf nur drei Wochen. Die Buckelwale ziehen zu dieser Jahreszeit, dem australischen Spätwinter, südwärts in Richtung Antarktis. Das kleine Albino- Kalb wog bei seiner Geburt rund anderthalb Tonnen und war schon knapp fünf Meter lang. Sein Vatertier hat zuvor die so mystischen wie bekannten Bartwalgesänge von sich gegeben, um sein Weibchen zu locken.

„Humpback Whales“ sind sehr soziale und neugierige Tiere, deswegen werden wohl noch mehr Touristen den Exoten zu Gesicht bekommen. Darunter sind auch viele Australienurlauber aus Deutschland, denn auf dem Kontinent trifft man sehr viele Globetrotter und auch Auslandsjobber aus Deutschland. Manche rufen auf dem Boot: „Guck mal, ein Belugawal!“ Doch diese weiße Walart hat eine viel rundere Körperform, und sie lebt auf der anderen Polseite, in der Arktis. Ihre bläulichweiße bis cremeweiße Farbe tarnt sie besonders gut unter dem Eis.

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