• Dauereinsatz für Feuerwehr und Polizei: Unwetter über Berlin und Deutschland
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Dauereinsatz für Feuerwehr und Polizei : Unwetter über Berlin und Deutschland

Das Unwetter, das vergangene Nacht über Deutschland zog, richtete schwere Schäden an. In Berlin entgleiste eine S-Bahn, ein LKW stürzte um und Bäume wurden entwurzelt. Hunderte Menschen wurden bei Unfällen verletzt.

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Foto: Julian Stratenschulte/dpa
31.07.2013 14:38Passanten suchen Schutz vor einem Unwetter in Hannover. Haben Sie auch tolle Bilder vom Unwetter? Dann schicken Sie sie uns an...

Unwetter über Deutschland: Gewitter, Sturm und Regen haben auch in der Nacht zum Freitag Feuerwehren und Polizei in Atem gehalten. Im niederbayerischen Kollnburg wurde ein Quadfahrer vermutlich von einem herumfliegenden Ast getroffen und schwer am Kopf verletzt, teilte die Polizei mit. In Südhessen verletzte ein umstürzender Baum einen Autofahrer schwer. Auch im baden-württembergischen Karlsruhe fielen mehrere Bäume auf Autos, dabei wurden zwei Menschen leicht verletzt.
Glück hatte dagegen eine Autofahrerin in Plankstadt, deren Wagen beim Fahren von einem Kindertrampolin getroffen wurde. Sie blieb unverletzt. Das Unwetter hatte das Trampolin über eine Mauer gehoben. In Berlin rief die Feuerwehr gegen 21.56 Uhr den "Ausnahmezustand Wetter" aus. Im Stadtteil Zehlendorf entgleiste gegen 22:20 Uhr eine S-Bahn, als sie einen über die Schienen gestürzten Baum rammte. Dabei wurde eine Person verletzt. Die Bundespolizei evakuierte den Zug. Auch an anderen Stellen fielen Bäume auf S-Bahnstrecken und wurden Oberleitungen der Tram beschädigt. Bis zum Freitagmorgen wurden alle heruntergestürzten Bäume von den Strecken geräumt. Laut Aussagen der S-Bahn muss derzeit in Berlin nicht mehr mit Verspätungen gerechnet werden. Seit 02:00 Uhr seien alle unwetterbedingten Verkehrseinschränkungen an den Gleisen behoben worden. Derzeit anfallende Verspätungen seien auf andere Ursachen zurückzuführen.

Aufgrund einer beschädigten Oberleitung müssen auf der Strecke des RE1 zwischen Fürstenwalde und Hangelsberg 10 -20 Minuten mehr als sonst eingeplant werden. Hier verkehrt die Bahn nur eingleisig und im Stundentakt.

Auf der Bucher Str. in Franz. Buchholz stürzte ein LKW-Anhänger infolge des Unwetters um. Er wurde durch die Feuerwehr geborgen. Neben Sturm- und Wasserschäden wurde die Feuerwehr zu mehreren Kleinbränden gerufen, die vermutlich durch Blitzeinschläge ausgelöst worden waren. Zusätzlich belastet wurde die Feuerwehr durch sechs Brandmeldeanlagen, die infolge des Gewitters Fehlalarme auslösten. Um 22:07 Uhr stürzten zwei Bäume auf ein Haus in Müggelheim. Verletzt wurde niemand. In der Matenzeile in Neu-Hohenschönhausen wurden acht PKWs durch umgestürzte Bäume beschädigt.

Unwetter über Deutschland
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Unwetter löst viele Feuerwehreinsätze in Berlin und ganz Deutschland aus

Insgesamt waren vergangene Nacht in Berlin rund 900 Feuerwehrkräfte im Einsatz, darunter 300 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr. Bei der Masse der Einsätze handelte es sich um lose Bauteile, voll gelaufene Keller und umgestürzte Bäume. Laut Aussagen der Berliner Feuerwehr werden auch am Freitag Einsätze gemeldet, aber die Anzahl habe deutlich abgenommen.

In Bremen gingen bei der Feuerwehr innerhalb kürzester Zeit 100 Notrufe ein. 12 Freiwillige Feuerwehren wurden zur Unwetter-Unterstützung angefordert.

Aus Bayern meldete die Polizei in den Regierungsbezirken Niederbayern und Oberpfalz großräumige Schäden und zahlreiche Einsätze. Blitzeinschläge setzten Häuser in Brand, mehrere Menschen wurden leicht verletzt. Bei Hagelstadt und Abensberg fuhren Züge in umgestürzte Bäume, verletzt wurde niemand.

Mehrere Menschen wurden hingegen bei Unfällen verletzt, weil ihre Fahrzeuge von umherfliegenden Ästen getroffen wurden. Bei Kollnburg erlitt dabei ein Quadfahrer schwere Kopfverletzungen. Auch in Südhessen wüteten Unwetter. Dort gab es sieben Verletzte, weil Bäume auf Autos und Fußgänger stürzten.

Im Bahnverkehr gab es auch am Freitag noch erhebliche Behinderungen infolge der Unwetterschäden. Nach Angaben der Deutschen Bahn ist die Fernstrecke Ulm-Augsburg voraussichtlich noch den ganzen Freitag über gesperrt, die Züge müssen deshalb umgeleitet werden.

Bereits am Mittwoch und Donnerstag hatte es über Deutschland schwere unwetterartige Gewitter gegeben, vor allem in Norddeutschland. Besonders betroffen war die Stadt Brunsbüttel in Schleswig-Holstein. Dort brach das Dach eines Supermarkts unter der Last der Regenmassen zusammen, Straßen standen bis zu 1,5 Meter unter Wasser.

Schuld an den Unwettern war eine Kaltfront, die über Deutschland zog und auf schwül-heiße Luftmassen traf. Das führte zu heftigen Gewittern samt Starkregen, Hagel und Sturmböen. Für Freitag ist nach Einschätzung des Deutschem Wetterdiensts (DWD) im Nordwesten weiterhin mit einzelnen Gewittern zu rechnen, die aber nicht mehr so intensiv sind. Insgesamt hat sich die Wetterlage bereits geändert. Im Westen Deutschlands werde es am Freitag deutlich kühler, östlich der Elbe sei noch mit Temperaturen über 25 Grad zu rechnen.

Der Deutsche Wetterdienst hatte am Donnerstag auch vor Tornados gewarnt.

So sieht derzeit die Prognose für Berlin und Brandenburg aus. (Tsp/dpa/AFP)

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