Dauereinsatz : Übermüdeter Lkw-Fahrer zeigt sich selbst an

Tagelange Fahrten fast ohne Pause: Ein verzweifelter Lastwagenfahrer aus Mittelfranken hat sich selbst bei der Polizei angezeigt, weil sein Chef ihn trotz Übermüdung auf eine weitere Fahrt schicken wollte.

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Lkw auf Achse. Das Gesetz fordert nach 15 Stunden eine Ruhepause. -Foto: ddp

WasserlosenDer 41-jährige Mann war am Donnerstagabend nach einer 19-Stunden-Schicht auf der Rhönautobahn im Landkreis Schweinfurt unterwegs, als er von seiner Spedition zu einer weiteren Fahrt nach Bremen und Hamburg beauftragt wurde. Das Gesetz fordert nach 15 Stunden eine Ruhepause. Der Lkw-Fahrer war übermüdet und fühlte sich nicht mehr zu einer weiteren Fahrt in der Lage. In der Selbstanzeige sah er deshalb den einzigen Ausweg.

Nach der Selbstanzeige kontrollierte die Polizei die Fahrdaten des 41-Jährigen. Dabei stellten die Beamten fest, dass er häufiger gesetzeswidrige Überstunden gemacht hatte. Einmal war er dabei rund 93 Stunden ohne ausreichende Pausen unterwegs. Zudem stellten die Beamten mehrere Verstöße gegen die täglichen Ruhezeitregelungen fest. Nun wird sowohl gegen den Lkw-Fahrer als auch den Disponenten der Spedition ermittelt. (mit ddp/dpa)

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