Welt : Dauerregen bedroht Japaner

Hunderttausende sollen Wohnungen verlassen

Tokio/Manila/Rostock - Bei starken Regenfällen im Norden Japans sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Vier weitere wurden am Samstag noch vermisst. Betroffen waren vor allem die Präfekturen Niigata und Fukushima, in denen zunächst rund 400 000 Menschen ihre Häuser aus Sicherheitsgründen verlassen sollten. Am Nachmittag galt die Warnung noch für 256 000 Bewohner.

Nach Angaben japanischer Medien kam es vielerorts zu Überschwemmungen und Erdrutschen. In Niigata brachen Dämme, eine Eisenbahnbrücke wurde weggeschwemmt, Häuser standen im Wasser, Straßen mussten gesperrt werden. Ein 67 Jahre alter Mann starb in der Stadt Tokamachi, als sein Auto in einen Fluss gespült wurde.

Die Meteorologen warnten vor weiteren Überschwemmungen und Erdrutschen. Das Unwetter betraf nicht die Region um das zerstörte Atomkraftwerk Fukushima. Das 250 Kilometer nordöstlich von Tokio gelegene Kernkraftwerk wurde bei dem verheerenden Erdbeben im März schwer beschädigt. In mehreren Reaktoren kam es zu einer Kernschmelze, die Region wurde radioaktiv verstrahlt.

Nach dem heftigen Tropensturm „Nock-Ten“ auf den Philippinen bargen Rettungskräfte weitere Todesopfer. Die Zahl der Toten sei damit auf 50 gestiegen, teilte die Regierung am Samstag mit. 25 Menschen würden noch vermisst. Die Schäden an Land belaufen sich nach Schätzungen auf knapp 34 Millionen Dollar. Hilfsorganisationen verteilten weiter Nahrungsmittel, Medizin und Kleidung an die mehr als 700 000 Menschen, die vor dem Sturm aus ihren Häusern geflohen waren.

Das Unwetter hatte sich Anfang der Woche mit heftigen Niederschlägen an der Ostküste angekündigt und weite Landstriche unter Wasser gesetzt. Am Donnerstag ließ der Sturm die Philippinen hinter sich. Besonders stark traf er die östliche Region des Inselstaates, Bicol. „Nock-Ten“ soll an diesem Sonntag Vietnam erreichen.

In Deutschland sorgt Dauerregen vor allem im Nordosten Deutschlands weiter für überflutete Straßen und Keller. Nach heftigem Regen waren Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW) zwischen Rostock und dem östlichen Landesteil Mecklenburg-Vorpommerns nach wie vor ständig im Einsatz. In Hunderten Fällen musste seit Freitagabend Wasser aus vollgelaufenen Kellern und von überfluteten Straßen abgepumpt werden, wie die Einsatzleitstellen am Samstag berichteten.

In den betroffenen Gebieten Mecklenburg-Vorpommerns können nach den Regenfällen der Vortage die gesättigten Böden die neuerlichen Wassermassen an vielen Stellen nicht mehr aufnehmen. Viele Straßen sind unpassierbar. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hob aber inzwischen seine Warnung vor extremem Dauerregen für die Mecklenburger Seenplatte, die östliche und westliche Ostseeküste sowie das südliche Vorpommern auf. dpa/dapd

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