Welt : Delfine: Kindersegen

In Hongkong ist es erstmals gelungen, Delfine mit Hilfe künstlicher Befruchtung zu züchten. Die an dem Projekt beteiligten Wissenschaftler sehen darin einen Durchbruch in dem Bemühen, die Inzucht bei in Gefangenschaft lebenden Delfinen zu bekämpfen und bedrohte Delfinarten zu erhalten. Die beiden noch namenlosen Kälber seien im Mai im Abstand von neun Tagen geboren worden, teilten Wissenschaftler am Mittwoch in Hongkong mit. Forschern der Universität Hongkong, des dortigen Ocean Park Aquariums und des amerikanischen Seaworld-Parks war es im Juni des vergangenen Jahres erstmals gelungen, den Fruchtbarkeitszyklus von Delfinen zu berechnen und die Mütter der jetzt geborenen Tiere künstlich zu befruchten.

Der Fruchtbarkeitszyklus von Delfinen ist äußerst unregelmäßig, was die künstliche Befruchtung sehr schwierig macht. Frühere Versuche in den USA schlugen fehl. Die beiden Kälber, eins männlich, eins weiblich, hielten sich seit der Geburt dicht bei ihren Müttern Ada (17 Jahre) und Gina (20) auf, teilte die Leiterin des seit zwölf Jahren in Hongkong laufenden Projekts, Fiona Brook, mit. Sie seien stark, rund und gesund. Bei den Tieren handelt es sich um Delfine der Art Große Tümmler. Allgemein haben Delfine keine Nachwuchsprobleme. Inzucht aber kann bei in Gefangenschaft lebenden Tieren rasch zum Problem werden, weil die so gezeugten Nachfahren genetisch schwächer sind. Künstliche Besamung ermöglicht eine Vergrößerung der genetischen Reserven und es müssen keine in Freiheit lebenden Tiere gefangen und in die Aquarien gebracht werden.

Mit der Technik können aber auch bedrohte Delfinarten erhalten werden. So machen sich Wissenschaftler und Umweltschützer in Hongkong zunehmend Sorge wegen der abnehmenden Überlebenschancen des Chinesischen Weißen Delfins. Dieser ist wegen Überfischung und Wasserverschmutzung vom Aussterben bedroht.

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