Welt : Delfine stranden

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Los Angeles. Hunderte von kranken und sterbenden Seelöwen, Delfinen und anderen Tieren stranden seit einigen Wochen an den Strände von Südkalifornien. Verantwortlich für das Siechtum soll ein Biogift sein, das von einer ungewöhnlich starken Algen-Vermehrung stammt. Täglich würden neue Opfer gesichtet, sagte Jackie Jaakola, Leiterin einer Meeressäugetier-Klinik in San Pedro. In dem Zentrum wurden seit Februar bereits 170 Seelöwen behandelt. Das Gift, das über die als Nahrung dienenden Fische aufgenommen wird, beeinträchtigt das Gehirn und führt zu Lähmungen im Nervensystem.

Viele Tiere seien desorientiert und unzurechnungsfähig, erklärt die Tierschützerin. Menschen sollten sich von den betroffenen Tieren fern halten. Die Gesundheitsbehörde warnt seit kurzem vor dem Verzehr von Sardellen und bestimmten Schalentieren, die nicht der Lebensmittelkontrolle unterliegen. Augenzeugen berichten von Meeresvögeln, die orientierungslos durch die Luft taumeln. Der Tod zahlreicher Delfine vor der Küste wird ebenfalls mit dem Biotoxin in Verbindung gebracht.

Die Wissenschaftlerin befürchtet ein Massensiechtum wie in den El-Niño Jahren von 1997 und 1998, als Tausende ausgehungerter Seelöwen an den Stränden Zuflucht suchten. Meeresforscher suchen noch nach einer Erklärung für die plötzliche Planktonblüte einer einzelligen Kieselalge, die unter bestimmten Bedingungen Nervengift produziert. Kleine Fische verzehren das Plankton und reichern das Toxin an. Forscher führen den Tod von über 400 kalifornischen Seelöwen 1998 innerhalb weniger Wochen auf Phytoplankton zurück. Ebenso könnte die Massenvergiftung von Vögeln im Jahr 1961 damit zusammenhängen. Dieser Vorfall soll den Regisseur Alfred Hitchcock zu dem Thriller „Die Vögel“ inspiriert haben, in dem die Tiere plötzlich verrückt spielen und Menschen angreifen. dpa

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