Welt : Der ausdauerndste Sänger wird Froschkönig

THOMAS DE PADOVA

Je länger ein Frosch quakt, desto besser kommt er bei paarungswilligen Froschdamen an.Und das, obwohl die Schreihälse weder mit besonderen "Hochzeitsgeschenken" aufwarten noch häufiger kopulieren, nicht größer sind als ihre Altersgenossen und auch die Nachkommenschaft nicht besser verteidigen.Was also macht den Sänger zum König?

Wie amerikanische Zoologen jetzt herausfanden, sind die langen Quaker die bessere Wahl, weil sie fittere Nachkommen zeugen.Dies gehe aus Studien an grauen Laubfröschen (Hyla versicolor) hervor.Unter ihnen gibt es Männchen, die zwar etwas seltener, dafür aber fast doppelt so lange quaken wie ihre Artgenossen.Sie werden von den Laubfrosch-Weibchen stark bevorzugt, berichten die Biologin Allison M.Welch und ihre Mitarbeiter von der University of Missouri in Columbia in dem Wissenschaftsmagazin "Science" (Band 280, Seite 1928), das am gestrigen Freitag erschienenen ist.

Die Forscher fingen Paare kurz und lang rufender Männchen ein.Diese Paare stammten jeweils aus derselben Umgebung, dem gleichen sozialen Umfeld, denn die Dichte einer Froschgemeinschaft hat starken Einfluß auf die Dauer der Lockrufe.Die Biologen befruchteten gleiche Weibchen einmal mit dem Samen des einen, dann mit dem des anderen Laubfrosches.

Die Kaulquappen, deren Väter länger quakten, gediehen im Labor deutlich besser als ihre Halbgeschwister: Sie wuchsen schneller und hatten bessere Überlebenschancen.Die Froschweibchen treffen ihre Auswahl demnach unter anderem nach Zeichen für versteckte genetische Qualitäten des potentiellen Partners.Dessen langes Rufen scheint ihnen eine Blick ins Genkämmerlein zu gestatten und ein sicheres Zeichen für eine vitale Nachkommenschaft zu sein.

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