Welt : Der erste Straßenfeger

Der erste schwere Sturm des Jahres ist in der Nacht zum Sonntag über weite Teile Deutschlands hinweggefegt. In Bayern, Hessen und Baden-Württemberg wurden stellenweise orkanartige Böen mit Geschwindigkeiten zwischen 120 und 150 Stundenkilometern gemessen. Entwurzelte Bäume blockierten die Straßen, im Süden waren Polizei und Feuerwehr noch am Sonntagmorgen im Einsatz. Das angekündigte Unwetter in der Nacht fiel jedoch schwächer als erwartet aus. In Bochum wurde am Samstagnachmittag eine 62-jährige Frau von einem umstürzenden Baum erschlagen. Ihr Mann wurde schwer am Kopf verletzt. Im Hochschwarzwald räumten Helfer mit schwerem Gerät Hindernisse aus dem Weg. Auch in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen rückten die Einsatzkräfte in der Nacht aus, um herabgestürzte Äste und Dachziegel zu beseitigen. In München beschädigte der Sturm die Oberleitungen der S-Bahn.

Anhaltende Regenfälle und Tauwetter in den Mittelgebirgen ließen die Flüsse vor allem in Nordbayern wieder anschwellen. Am Oberlauf des Mains blieb die Meldestufe zwei auf der vierteiligen Skala überschritten. Bewohnte Gebiete waren nach Angaben der Wasserwirtschaftsämter am Wochenende aber noch nicht überflutet. Auch die Schifffahrt auf dem Main musste zunächst nicht eingestellt werden.

Ein kräftiger Südwestwind vom Atlantik und Tiefdruckgebiete sorgte auf den Bergen für orkanartige Böen. Am stärksten stürmte es auf dem Brocken, wo Geschwindigkeiten von 169 Stundenkilometern am Samstag gemessen wurden. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach bleibt es auch in den kommenden Tagen windig.

Vom Winter ist in Deutschland dagegen nichts mehr zu spüren. Daran wird sich zumindest bis zur Wochenmitte nichts ändern. Der Südwestwind bringt weiterhin milde Luft ins Land. Die Temperaturen steigen in der Mitte Deutschlands auf bis zu 14 Grad. Im Norden rechnen die Offenbacher Meteorologen mit bis zu 9 Grad und am Alpenrand mit 6 Grad. Kühler wird es erst am Donnerstag. Die Schneefallgrenze sinkt dann wieder auf etwa 1000 bis 900 Meter.Der Regenschirm sollte in den nächsten Tagen zum ständigen Begleiter werden. Überall fällt Regen, die Sonne zeigt sich nur selten zwischen den Wolken.

Auch die schwäbisch-alemannischen Narren hatten am Sonntag Sturm und Regen zu trotzen. Bei zahlreichen Umzügen und Narrensprüngen standen Tausende an den Straßenrändern und jubelten den Hästrägern und traditionellen Masken zu. Die beiden größten Landschaftstreffen fanden in Radolfzell und in Kißlegg in Oberschwaben statt. Aber auch im badischen Offenburg tummelten sich beim 24. Narrentag die Narren mit ihren Narrensamen. In Kißlegg begann das närrische Treiben am Samstagabend mit dem traditionellen Freiluft-Fasnetsspiel.

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