Welt : Der Eschede-Prozess steht vor dem Aus

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(dpa). Fast fünf Jahre nach dem ICEUnglück von Eschede mit 101 Todesopfern steht der Strafprozess gegen drei mutmaßlich Verantwortliche vor dem Aus. Der Vorsitzende Richter der Strafkammer, Michael Dölp, will Staatsanwaltschaft, Verteidigern und Nebenklägern nach mehreren Medienberichten am heutigen Montag vorschlagen, das Verfahren um das schwerste Zugunglück der bundesdeutschen Geschichte gegen eine Geldbuße für die drei Ingenieure einzustellen. Die Einstellung plane das Gericht vor allem, weil ein Ende des Verfahrens nicht absehbar und die individuelle Schuld der Angeklagten schwer festzustellen sei. Die Kammer hat für Montagnachmittag eine Erklärung angekündigt. Bei dem Zugunglück war der ICE 884 „Wilhelm Conrad Röntgen“ bei Tempo 200 entgleist und gegen eine Brücke geprallt. Die Staatsanwaltschaft hatte offenbar die ausländischen Gutachter der Bahn unterschätzt. So müssen die Angehörigen der Opfer auf eine juristische Genugtuung verzichten. Ursache des Unglücks war der Bruch eines abgefahrenen Radreifens gewesen.

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