Welt : Der Fall Madeleine geht an die Staatsanwaltschaft

Faro/London - Die portugiesische Polizei übergibt den Fall der verschwundenen Madeleine an die Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungsdokumente, die eine mögliche Verwicklung der Eltern des Kindes in den Fall behandeln, sollten noch am Montag dem portugiesischen Staatsanwalt Jose Cunha de Magalhaes e Meneses vorgelegt werden, sagte ein Polizeisprecher in Portugal. Die Anklagebehörde muss dann entscheiden, ob Kate und Gerry McCann beschuldigt werden. Die Staatsanwaltschaft muss auch beurteilen, ob die Verdachtsmomente ausreichen, die McCanns vor einen Ermittlungsrichter zu zitieren. Beide waren am Wochenende als Verdächtige benannt worden.

Der Richter kann dann festlegen, ob die bisherigen Auflagen für das Ärzteehepaar verschärft werden. Bisher dürfen die McCanns reisen, wohin sie wollen. Sie müssen der portugiesischen Polizei nur ihren Aufenthaltsort nennen und Bescheid geben, wenn sie mehr als fünf Tage unterwegs sind.

Die vier Jahre alte Madeleine war am 3. Mai aus ihrem Ferienapartment an der Algarve verschwunden, die Eltern waren seitdem in Portugal und reisten am Wochenende mit ihren beiden anderen Kindern zurück nach England. Sie erhalten nun Rechtsbeistand von zwei britischen Topanwälten, darunter von Michael Caplan. Caplan vertrat einst den chilenischen Ex-Diktator Augusto Pinochet, als der an Spanien ausgeliefert werden sollte.

Die Polizei geht nach Medienberichten davon aus, dass die Eltern ihre Tochter versehentlich getötet haben und den Tod vertuschen wollten. Angeblich stützt sie ihre These auf DNS-Spuren, die in dem Zimmer, aus dem Madeleine verschwand, und in einem Leihwagen der McCanns gefunden wurden. Es werden aber noch Ergebnisse der Untersuchung eines britischen Labors erwartet. dpa

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