Welt : Der Fall Pasolini macht wieder Schlagzeilen

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Rom Die Ermordung des italienischen Literaten und Filmemachers Pier Paolo Pasolini macht nach 30 Jahren erneut Schlagzeilen. Der seinerzeit wegen Mordes verurteilte ehemalige Strichjunge Pino Pelosi beteuerte in einem Fernsehinterview seine Unschuld. Eine Gruppe von Unbekannten stecke hinter dem Verbrechen.

Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Montag berichtete, legte die Staatsanwaltschaft in Rom erneut eine Akte über den Fall an. Unklar sei allerdings, ob die Behörden neue Ermittlungen einleiten. Der Tod des Künstlers ist einer der spektakulärsten Kriminalfälle Italiens. Die Leiche des 53-Jährigen wurde im November 1975 völlig entstellt und verstümmelt auf einem Fußballplatz in Ostia vor Rom entdeckt. Der damals 17 Jahre alte Pelosi gestand später die Tat und wurde zu neun Jahren Haft verurteilt. Der homosexuelle Pasolini habe ihn kurz zuvor am Bahnhof in Rom aufgelesen.

Zugleich gab es immer wieder Gerüchte über einen politisch motivierten Mord von Rechtsradikalen. Pasolini habe wegen seines letzten Films „Salo oder die 120 Tage von Sodom“ Morddrohungen erhalten, hieß es. Der Streifen über die letzten Tage der Mussolini-Diktatur war in Italien zunächst verboten. Die Prosa und Filme Pasolinis spielten häufig in der Welt der Huren und Stricher. dpa

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