• Der Film meines Lebens: Moderator Thomas Koschwitz über "Einer flog übers Kuckucksnest"

Welt : Der Film meines Lebens: Moderator Thomas Koschwitz über "Einer flog übers Kuckucksnest"

Johanna Adorján

Milos Formans "Einer flog übers Kuckucksnest" (1975) ist ein genialer Film. In der Hauptrolle Jack Nicholson. Er wird verdächtigt, Sex mit einer Minderjährigen gehabt zu haben und gibt vor, nicht ganz normal zu sein, um einer Verurteilung zu entgehen. Der Plan geht auf, er wird zur Beobachtung in eine Nervenheilanstalt eingeliefert. Anfangs nimmt er das leicht, spielt Basketball und Karten mit seinen Mitinsassen, versucht, ein bisschen Leben in die Bude zu bringen. Doch die Pfleger, allen voran die strenge Oberschwester, sehen das nicht gern. Es gibt Vorschriften, und die müssen eingehalten werden - notfalls mit Gewalt. Nicholson kann diesen doppelten Irrsinn nicht einsehen: Da bist du schon eingesperrt und wirst auch noch reglementiert. Er lehnt sich auf. Versucht mit unkonventionellen Ideen, sein Leben und das seiner Anstaltsbewohner schöner zu machen. Kämpft für Freiheit. In einem hünenhaften Indianer, der nie redet, findet er einen Freund.

Mich interessieren immer Momente des Aufbruchs im Leben. Deshalb bin ich nach Berlin gezogen. Deshalb arbeite ich bei einem kleinen Sender. Ich finde es immer spannend, etwas Neues anzufangen, dabei zu sein, wie es sich entwickelt, es mit groß zu machen. "Einer flog übers Kuckucksnest" handelt vom Aufbruch, von Unkonventionalität und Rebellion gegen Althergebrachtes. Außerdem geht es in diesem Film um die wichtige Tatsache, dass behinderte Menschen von den so genannten Nicht-Behinderten behindert werden. Ich habe meinen Zivildienst in einer Schule für geistig behinderte Kinder gemacht, vielleicht hat mich das so für dieses Thema sensibilisiert.

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