Welt : Der Film meines Lebens: Sängerin Zoe über "Mo Better Blues"

Johanna Adorján

Einer meiner allerliebsten Filme ist "Mo Better Blues" (1990) von Spike Lee. Ein irrsinnig schöner, auch irrsinnig schön gefilmter Musikfilm. In der Hauptrolle der unwiderstehliche Denzel Washington als Trompeter. Eigentlich eine sehr tragische Geschichte: Denzel Washington hilft einem Freund und gerät dabei in eine Schlägerei, in deren Verlauf ihm die Lippe aufgeschlagen wird. Nun kann er nicht mehr spielen, was für einen Musiker natürlich das Schlimmste auf der Welt ist, ich könnte mir jedenfalls nichts Schlimmeres vorstellen, als nicht mehr singen zu können, deswegen hat mich die Geschichte schon sehr gerührt.

Eine tolle Liebesgeschichte gibt es auch, vielmehr zwei, wie gesagt, Denzel Washington ist unwiderstehlich. Leider entscheidet er sich zuletzt für die Falsche, die Schöne. Die andere, die etwas origineller aussieht und von Spike Lees Schwester gespielt wird, wäre nach meinem Gefühl viel toller für ihn gewesen. Spike Lee selbst spielt auch mit. Er ist der beste Freund von Denzel Washington, ein Typ, der total bunt angezogen ist, wegen seiner Spielschulden nie Geld hat und immer krumme Dinger drehen muss. Solche liebenswerten Halunken spielt Spike Lee ja in den meisten seiner Filme. Ich habe alle gesehen. Er war einer der ersten Regisseure, der Filme mit schwarzen Themen und Schauspielern gemacht hat, außerdem hat er einen guten, beißenden Humor. Von "Mo Better Blues" kriegt man richtige New-York-Gefühle. Großstadt. Nachtbars. Man kriegt Sehnsucht, sich so richtig in Schale zu werfen, in einen Club zu gehen und distinguiert Jazz zu hören, ja, man möchte auf der Stelle eine heiße Jazznacht erleben.

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