Welt : Der Film meines Lebens: Schönheitschirurg Werner Mang über "Pretty Woman"

Johanna Adorján

Ich verstehe "Pretty Woman" als Parabel auf das Leben: Es geht darum, dass jeder Mensch eine Chance verdient hat, ganz gleich, was er macht. In der Hauptrolle ist Julia Roberts zu sehen, die eine Prostituierte spielt. Sie zeigt, dass eine Frau aus diesem Gewerbe ein ganz edler, feiner Mensch sein kann, wertvoller vielleicht als viele andere. Das finde ich eine gute Botschaft: Dass im Leben der Mensch zählt, nicht sein Beruf.

Der Film hat noch eine weitere Botschaft, die ich für wichtig halte: Jeder Mensch kann, mit ein bisschen Glück, sein Leben ändern, es zum Besseren wenden - man muss nur an sich glauben! So wird Julia Roberts von einem Millionär von der Straße aufgelesen, Richard Gere, der sie zu sich ins Hotel mitnimmt, ihr sehr viel Geld dafür gibt, ein paar Tage seine Begleitung zu sein - und sich in sie verliebt. Ein Märchen.

Ich finde ja, Julia Roberts hätte bereits für diese Rolle einen Oscar verdient, aber das Thema war Hollywood wahrscheinlich nicht auszeichnungswürdig genug. In "Erin Brockovich" fand ich sie auch sehr gut, ich finde sie eigentlich immer gut. Nicht, dass ich ein Fan bin - ich verehre niemanden, aber sie ist immer sehr glaubwürdig in ihren Rollen. Im Prinzip ist sie ja nicht hübsch. Sie ist erotisch, hat Ausstrahlung, Seele. Sie ist leider von Männern enttäuscht worden im Leben. Zu schade, dass es im echten Leben nicht mit Richard Gere gefunkt hat. Diese beiden sind für mich das absolute Traumpaar.

"Pretty Woman" ist eine tolle Liebesgeschichte, mit einem richtig schönen Happy End. Zum Glück. Die Welt ist sowieso viel zu kühl geworden, man kann ruhig auch mal eine Träne vergießen im Kino.

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