Welt : Der Kampf der Gummi-Enten

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Von Imke Schridde, Göttingen

Knallgelb leuchtet das von der Strömung leicht bewegte Wasser. Hunderte von Gummi-Enten schaukeln sich ihren Weg durch die Göttinger Altstadt. Auf dem Leinekanal fand am Samstag das achte Göttinger Entenrennen statt. Um elf Uhr wurde die erste Ladung Badewannentiere zu Wasser gelassen. „Auf die Plätze, fertig: quietsch.“ Aus dem Lautsprecher ertönt das allen vertraute Geräusch einer kurz zusammengedrückten Gummiente. Der Holzbalken, hinter dem die Enten aufgereiht vor sich hin schaukeln, wird hoch gehoben: Freier Weg für die Paddelpartie.

Zwischen Leinekanal- und Reitstallbrücke haben die Gummitierchen gut 400 Meter Weg zu bewältigen. In mehreren Vorläufen qualifizieren sich die besten Enten für den Endlauf.

Durch gefährliche Stromschnellen gilt es zu paddeln. Einige der Enten verfangen sich im Algengestrüpp. Sofort sind Helfer zur Stelle, die – bis zu den Knien im Wasser stehend – die Enten befreien, um ihnen den Sieg nicht zu verbauen. In Schrittgeschwindigkeit geht es weiter. Viele der Entenrennen-Besucher feuern ihre Schösslinge vom Ufer aus an.

Pro Jahr kommen knapp 30 000 Zuschauer zur Meisterschaft nach Göttingen, von denen ein nicht geringer Teil vor Ort Enten kauft. Der Erlös aus dem Entenverkauf ist für einen guten Zweck.

Mit einer achtjährigen Tradition ist Göttingen eine der ersten Städte, die das Entenrennen für sich entdeckt hat. Diese besondere Art von Wettkampf scheint jedoch immer mehr in Mode zu kommen. Weltweit werden Enten-Meisterschaften veranstaltet.Am Ende wird neben dem schnellsten auch das schönste Wannenspielzeug gekürt. In Göttingen schwamm eine Baby-Ente in einem aufwendig gestalteten Kinderwagen in Miniaturausgabe neben einem Enten-Zoo und gleich zwei Spiderman-Enten. Einer der Spider-Enten wurde ein Spinnennetz als Floß unter den Bauch gebaut.

Doch schneller war sie dadurch nicht.

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