Welt : Der Orkan über Deutschland forderte vier Todesopfer

Der dritte Orkan in nur zwei Monaten hat am Wochenende in Deutschland vier Todesopfer gefordert. Obwohl der Sturm Spitzengeschwindigkeiten bis fast 160 km/h erreichte, gab es nach Aussage der Behörden vom Sonntag keine größeren Verwüstungen. Meist blieb es Verkehrsbehinderungen durch entwurzelte Bäume oder Schäden wie etwa umgestürzte Gerüste. Auch die Sturmflut an der Nordsee verlief glimpflich. Mehrere Fährverbindungen an Nord- und Ostsee mussten allerdings vorübergehend eingestellt werden. Für die nächsten Tage versprach der Deutsche Wetterdienst in Offenbach eine leichte Besserung mit viel Sonne und Temperaturen bis zu zwölf Grad - in Deutschland kehrt die Ruhe nach dem Sturm ein. Allerdings nur für etwa eine Woche, dann kommt schon das nächste Sturmtief, warnten die Meteorologen.

Am Sonnabend waren drei Menschen durch den Sturm umgekommen, am Sonntag starb ein Mann. Im Nordrhein-Westfalen verunglückte bei Erkrath ein 35 Jahre alter Autofahrer tödlich. Er war mit seinem Wagen gegen einen Baum gefahren, den der Sturm umgerissen hatte. Bereits am Samstag wurde im Harz ein 36-jähriger Skiwanderer aus Leipzig von einem Baum erschlagen. Im baden-württembergischen Gerlingen stürzte ein Baum auf ein Auto und tötete den Beifahrer. Bei Rottweil wurde ein 24-jähriger Jogger von einem umstürzenden Baum tödlich verletzt.

In Hamburg war die Gefahr einer schweren Sturmflut am Sonntag Vormittag gebannt. "Um 9.50 Uhr war der höchste Wasserstand mit 3,60 Metern über dem mittleren Hochwasser erreicht", sagte ein Sprecher der Innenbehörde. Es habe keine nennenswerte Schäden gegeben. Unwetter- und Sturmflutwarnung wurden aufgehoben.

Das für den Orkan verantwortliche Sturmtief "Kerstin" hatte schon am Sonnabend vor allem Norddeutschland fest im Griff. Nach Angaben des privaten Wetterdienstes Meteomedia/Meteofax des Fernsehmeteorologen Kachelmann vom Sonntag fegten Böen mit Spitzengeschwindigkeit von 156 km/h über den Südstrand der Insel Fehmarn hinweg. Auch die Ostseeinsel Hiddensee wurde ordentlich vom Sturm gebeutelt. Auf der Meteomedia- Wetterstation in Kloster wurden Windgeschwindigkeiten von 150 Stundenkilometern gemessen.

In Thüringen hingegen blieb "Kerstin" mit 100 Stundenkilometern eher zahm. Nach Meteorologenangaben soll hier Anfang der Woche die Sonne auf dem Vormarsch sein und die noch vorhandene weiße Pracht zum Schmelzen bringen. Schnee gibt es nach wie vor in Süddeutschland.

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