Welt : Der rätselhafte Tod des Thomas Fuchsberger

Der Sohn von Schauspieler Blacky Fuchsberger ist in einem kleinen Fluss in Oberfranken ertrunken.

Lissy Kaufmann
Thomas Fuchsberger mit Vater Joachim Fuchsberger 2008 in München. Foto: dpa
Thomas Fuchsberger mit Vater Joachim Fuchsberger 2008 in München. Foto: dpaFoto: dpa

Thomas Fuchsberger war immer unterwegs, meistens auf Reisen. Und er war viel im Fernsehen. Er arbeitete als Journalist und Fotograf, Regisseur und Moderator, Komponist und Sänger. Er studierte in München und Boston Musik, veröffentlichte Singles und produzierte Filmmusik. Der Sohn des Schauspielers Joachim „Blacky“ Fuchsberger, 83, scheute das Rampenlicht nicht. Auch aus seiner Zuckererkrankung machte er keinen Hehl. Nun wurde Thomas Fuchsberger, 53, tot aufgefunden – in einem kleinen Fluss im oberfränkischen Kulmbach. Noch sind die Umstände seines Todes unklar. Die Obduktion ergab zwar, dass Fuchsberger ertrunken ist. Auch Suizid und Fremdverschulden können ausgeschlossen werden. Wie es aber dazu kam, ob sein Tod mit seiner Krankheit zusammenhängt, ist nicht bekannt. Die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft sprechen von einem tragischen Unfall.

Fuchsberger, der in München wohnte, war am Mittwochabend Gast bei einem Gespräch der Akademie für neue Medien gewesen. Das Thema des Gesprächs lautete „Macht der Medien und was Medien und regionale Unternehmen medial voneinander lernen können“. Nach dem anschließenden Empfang verließ er das Gebäude der Akademie oberhalb der Altstadt. Lokale Medien berichten, dass er noch mit Bekannten in ein Lokal gegangen sei. Laut Polizei brachte ihn ein Taxi gegen ein Uhr zu seinem Hotel. Was danach geschah, ist unklar. Vermisst gemeldet wurde er am nächsten Vormittag, als ihn Mitarbeiter zum Bahnhof bringen wollten, ihn aber im Hotel nicht antrafen.

100 Einsatzkräfte von Polizei, Rotes Kreuz, Technisches Hilfswerk und Wasserwacht suchten mit Rettungshunden und Hubschrauber den Vermissten. Erst am Donnerstagabend gegen 22 Uhr fanden sie Thomas Fuchsberger tot im Mühlbach. „Der Bach ist zwei bis drei Meter breit und hat keine riesengroße Strömung“, erklärt Jürgen Knauer, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken . An einigen Stellen sei der Bach zwar bis zu zwei Meter tief. Eine grundlegende Gefahr geht von ihm aber wohl kaum aus. Wie also kam es zu dem Unglück?

Eine mögliche Erklärung wäre seine Zuckererkrankung, die bei ihm im Alter von 20 Jahren festgestellt wurde und mit der er stets offen umging. Er veröffentlichte Kochbücher für Diabetiker und schrieb für das Diabetes-Journal „felsfrei“ über seine Reisen nach Brasilien, Australien Bali oder China. In Talkshows und auf Vortragsreisen sprach er über das Leben mit der Krankheit. Nach Angaben von Experten verändert sich nach langjähriger Erkrankung die Wahrnehmungsschwelle. Anzeichen von Unterzuckerung wie Zittern oder Heißhunger werden nicht mehr sofort wahrgenommen. Wenn Zuckerkranke nicht rechtzeitig Traubenzucker zu sich nehmen, können sie bewusstlos werden – in bestimmten Situationen kann das zum Tod führen. mit dpa/afp

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