Der Saatchi-Rosenkrieg : In schlechten und in sehr schlechten Zeiten

Die prominente britische Fernsehköchin Nigella Lawson beschreibt ihr Leben mit dem Kunsthändler Charles Saatchi. Demnach führte das angebliche Traumpaar eine furchtbare Ehe.

Nigella Lawson ist die Tochter des früheren Schatzkanzlers Nigel Lawson.
Nigella Lawson ist die Tochter des früheren Schatzkanzlers Nigel Lawson.Foto: dpa

Lange waren sie das Traumpaar der britischen Regenbogenpresse, die Fernsehköchin Nigella Lawson (53) und der millionenschwere Kunsthändler Charles Saatchi (70). Doch jetzt kommen immer mehr Details über ihr Eheleben an die Öffentlichkeit, das keineswegs so perfekt war, wie es schien. „Meine Hölle mit dem brutalen Saatchi“ oder „Ich habe Kokain genommen“ – fast alle großen britischen Zeitungen hatten Lawsons Geständnis auf der Titelseite: Sie habe Drogen konsumiert, weil ihr Exmann Saatchi ihr das Leben zur Hölle gemacht habe.

In einem Gerichtsverfahren in London, bei dem Lawson am Donnerstag zum zweiten und letzten Mal im Zeugenstand erschien, erklärte sie, sie sei nicht stolz darauf, Drogen genommen zu haben. „Tatsache ist, ich wollte lieber ehrlich sein und mich schämen, statt mich mit Lügen schikanieren zu lassen“, sagte sie. In dem Prozess geht es um Betrugsvorwürfe gegen zwei frühere Assistentinnen von ihr. Sie sollen mit ihrer Kreditkarte Luxuskleidung und -taschen gekauft haben.

Es geht um Drogen und üble Nachrede

Lawson wehrte sich auch gegen Geschichten, die ihr Exmann über sie verbreitet hatte, wie sie sagte. Nachdem Paparazzifotos gezeigt hatten, wie er seiner Frau in einem Restaurant an den Hals griff und sie offenbar würgte, ließen sich die beiden im Juli nach zehn Jahren scheiden. Die Bilder zeigten nicht, wie er sie auf Kokain untersuchen wollte. „Das ist eine Geschichte, die er nachher erfunden hat, um seinen Namen reinzuwaschen“, erklärte sie. Am Mittwoch hatte Lawson, die in Großbritannien mit Kochsendungen und -büchern als „Göttin des Zuhauses“ („Domestic Goddess“) bekanntgeworden war, im Zeugenstand über den „intimen Terror“ gesprochen, dem sie in ihrer Ehe ausgesetzt gewesen sei. Ihr Exmann habe gedroht, ihren Ruf zu zerstören, indem er sie des Drogenmissbrauchs beschuldigte, sagte sie.

Sie sei nicht drogensüchtig gewesen, erklärte sie, sondern habe Kokain lediglich in zwei Fällen genommen: Einmal mit ihrem schwer kranken und 2001 verstorbenen ersten Ehemann und dann während der Ehe mit Saatchi. Saatchi war vor allem als Förderer junger britischer Kunst in den 1990er Jahren bekannt geworden und als Entdecker des Enfant terrible der britischen Kunstszene, Damien Hirst. (dpa)

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