• Der Sommer kehrt noch einmal zurück Die Meteorologen sagen Sonne und Hitze voraus

Welt : Der Sommer kehrt noch einmal zurück Die Meteorologen sagen Sonne und Hitze voraus

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Berlin/Madrid Freischwimmer aufgepasst, die Hitze kehrt wieder zu uns zurück. Gegen Ende eines wechselhaften Sommers zeigt sich das Wetter noch einmal von seiner schönsten Seite. Obwohl die Nächte schon herbstlich kühl sind – tagsüber wird es endlich wieder richtig heiß. Nur wenige Wolken ziehen noch im Norden vorbei. Bis Donnerstag soll es trocken bleiben, die Temperaturen klettern bei viel Sonnenschein auf über 30 Grad.

Was hierzulande die Herzen höher schlagen lässt, ist im Süden Europas ein Grund zur Sorge. Spanien und Portugal kämpfen mit der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren. Die Flussläufe sind ausgetrocknet, die Stauseen halb leer und die Brunnen versiegt. Wälder stehen in Flammen, die Äcker bestehen nur noch aus Staub und Sand. Die Trockenheit scheint die Iberische Halbinsel in eine Wüste zu verwandeln.

Die Experten zweifeln nicht daran, dass die Wüste auf dem Vormarsch ist. Mit der derzeitigen Dürre hat dies jedoch nur am Rande zu tun. Die Trockenheit beschleunigt nur einen Prozess, der vor langer Zeit begonnen hatte. Die Wüsten bilden sich dadurch, dass der Boden falsch genutzt oder überstrapaziert wird.

Die Iberische Halbinsel erlebt eine schleichende Umweltkatastrophe.Über 30 Prozent des spanischen Staatsgebiets sind nach UN-Angaben von der Wüstenbildung bedroht. In diesen Gegenden ist der fruchtbare Mutterboden abgetragen. Und sobald die Versteppung und Erosion der Böden einmal begonnen hat, beginnt ein Teufelskreis, aus dem es kaum ein Entrinnen gibt. Da hilft später auch der Regen nicht mehr. Im Gegenteil: Der schwemmt die letzten verbliebenen Nährstoffe fort.

War die Iberische Halbinsel im Altertum noch dicht bewaldet, begannen schon die Römer, die Wälder abzuholzen. Heute sind die Tausenden von Feriensiedlungen entlang der Mittelmeerküste ein Problem. Für deren Golfplätze und Swimmingpools gibt es eigentlich zu wenig Wasser. In der Gegend von Murcia und Almería in Südostspanien laugt der intensive Gemüseanbau die Böden aus. „Wir haben zu sehr auf das Wachstum geachtet und zu wenig auf die Erhaltung der Natur“, sagt der Geologe Javier Pedraza.

„Das Klima auf der Iberischen Halbinsel ist in einen Prozess der Afrikanisierung getreten“, meint der Klimaforscher Francisco Ayala. „In Südspanien haben wir Durchschnittstemperaturen, wie sie vor 25 Jahren für Marokko typisch waren.“ Die Erwärmung könne eines Tages sogar zu einer Gefahr für den Tourismus werden, wenn es den Urlaubern zu heiß werde, warnt der britische Umweltforscher Tim Carter. In Madrid stiegen in den vergangenen 30 Jahren die sommerlichen Hitzewerte um 2,2 Grad, mehr als in den anderen Hauptstädten Europas. dpa

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