Welt : Der Sommer kommt – mit Getöse

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Das Hoch „Karl“ hat Berlin und Brandenburg mit strahlender Sonne und 29 Grad das wärmste Wochenende des Jahres beschert. Auch in anderen Teilen Deutschlands wurden Jahresrekorde gebrochen. Doch der Sommer kommt mit Getöse: Schwere Unwetter mit Donner, Blitz und schweren Regengüssen begleiteten das Wochenende in weiten Teilen Deutschlands. Am Sonntagabend wurden Keller und Straßen in SachsenAnhalt, Hessen und Niedersachsen überflutet. Im Harz musste die Feuerwehr zahlreiche Einsätze fahren. „Es war ziemlich heftig“, sagte ein Polizist in Halberstadt.

Besonders heftig traf es in Deutschland den Südwesten – über den Bodensee fegten Gewitterstürme mit Windstärke elf hinweg. Segler gerieten in Seenot. Mehrere Menschen wurden aus gestrandeten oder gekenterten Booten geborgen. In Friedrichshafen, wo 50000 Menschen zum „Seehasenfest“ ans Ufer geströmt waren, wurde eine Frau vom Blitz getroffen und musste ins Krankenhaus. Etwa 20 Menschen erlitten durch herumfliegende Teile und Stürze im knöcheltiefen Wasser leichte Verletzungen. Ein Festzelt wurde evakuiert, weil es einzustürzen drohte.

In Menslage nahe Osnabrück wurde durch den sintflutartigen Regen ein Zeltlager mit 130 Kindern überschwemmt. Die Kinder und ihre 30 Betreuer wurden von Rettungskräften in Mehrzweckhallen gebracht, wo sie übernachteten. Vier Kinder und eine Betreuerin kamen wegen Erschöpfung in ein Krankenhaus, wie der Pastor der Gemeinde berichtete.

Während sich hierzulande die Schäden in Grenzen hielten, richteten die Gewitterstürme andernorts Millionenschäden an. In einigen Schweizer Kantonen kam es wegen starken Regenfällen und Hagel zu Schäden, die in die Millionen gehen. Vielerorts standen Keller unter Wasser, stürzten Bäume um. In Herisau im Kanton AppenzellAußerrhoden entgleiste ein Zug, weil ein Erdrutsch das Bahngleis verschüttet hatte. Die fünf Passagiere und der Zugführer blieben unverletzt.

In Belgien wurde ein Mann, der unter einem Baum Schutz gesucht hatte, vom Blitz erschlagen. Im Küstenort Seebrügge riss eine Sturmböe ein Restaurantzelt des Sandskulpturenfestivals fort. Fünf Menschen wurden verletzt. Die Küstenwache suchte nach Yachten, die auf See vom Unwetter überrascht wurden. Mehrere Segelboote, die an einer Regatta vor Knokke-Heist teilnahmen, kenterten. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Am Dienstag setzt sich das sommerliche Wetter fort, sagen die Meteorologen. Doch ist immer wieder mit Unterbrechungen durch Wolken und Schauer zu rechnen. Tsp/dpa

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