Welt : Der Sturm des Winzers

Das Tief „Joachim“ ist nach einem Pfälzer benannt – Schneefälle in weiten Teilen Deutschlands.

Der erste Schnee. Räumfahrzeug in Thüringen. Foto: dpa
Der erste Schnee. Räumfahrzeug in Thüringen. Foto: dpaFoto: dpa

Joachim Weber ist Winzer in der Pfalz. „Meine Frau hatte mir die Namenspatenschaft schon im Januar zu unserer Silbernen Hochzeit geschenkt. In der Zwischenzeit hatte ich das ganz vergessen“, erzählt Joachim Weber aus dem südpfälzischen Flemlingen. Doch seit einigen Tagen erinnere ihn die Wettervorhersage im Fernsehen allabendlich daran. Weber verriet, dass ihn durchaus ein mulmiges Gefühl beschleiche. „Leider habe ich Pech, dass in diesem Jahr alle Tiefs männlich sind und nur die Hochs weiblich. Erst nächstes Jahr ist es wieder andersherum“, sagte er. „Ich bin doch gar kein so stürmischer Typ“, schmunzelt er. Auf die Idee mit dem Geschenk sei seine Frau gekommen, als sie im Radio gehört habe, dass die Freie Universität Berlin Namenspatenschaften für Hoch- und Tiefdruckgebiete verkaufe.

„Joachim“ hat sich am Freitag mit Sturm, Regen und Schnee über die Mitte Deutschlands Richtung Nordosten bewegt. Der Kern des Tiefs, in dem vergleichsweise moderate Böen der Stärke 7 wehten, zog vom Rheinland über das südliche Niedersachsen weiter zum Oderbruch. Südlich der Zugbahn gab es schon am Vormittag Orkanböen der Stärke 12, unter anderem im Schwarzwald. Für ganz Süddeutschland, den Harz, Südthüringen und Südsachsen galten Unwetterwarnungen vor heftigen Schneefällen, Dauerregen und schwerem Sturm. „In der Nacht ist das Schlimmste vorbei“, sagte Paetzold.

In der Pfalz wurden Bahnstrecken gesperrt, auch der Flugverkehr war in Teilen behindert.

Europas Flughäfen sind in diesem Winter besser auf Eis und Schnee vorbereitet. Das erklärte die EU. Im vergangenen Winter hatten mehrere Flughäfen den Betrieb vorübergehend eingestellt, weil sie der Lage nicht gewachsen waren.

Wenn „Joachim“ durchgezogen ist, soll es weiter stürmisch bleiben und gleichzeitig deutlich kälter werden. Am Wochenende sinkt die Schneefallgrenze vor allem im Süden und Südosten bis ins Flachland.

Auch im Norden und Nordwesten können sich bei Temperaturen um den Gefrierpunkt Flocken unter die Regentropfen mischen. Danach wird es milder, und der Schnee schmilzt rasch. Für weiße Weihnachten stehen die Aussichten nach den Erwartungen der Meteorologen eher schlecht. Eine genaue Prognose ist aber noch nicht möglich. Tsp/dpa/dapd

Wetterpatenschaft als Weihnachtsgeschenk: Freie Universität Berlin, Telefonnummer 838 71226.

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