Welt : Deutschbanker von Polizei verprügelt?

Hoher Manager erhebt schwere Vorwürfe.

Los Angeles – Ein leitender Manager der Deutschen Bank in den USA wirft zwei Beamten der Polizei von Los Angeles vor, ihn schwer misshandelt zu haben. Er fordert 50 Millionen Dollar Schadensersatz, berichtet das „Wall Street Journal“.

Der 52-Jährige Banker Brian Mulligan ist auf Film- und Mediengeschäfte spezialisiert und leitet die Mediensparte der Deutschen Bank in den USA. In Hollywoodkreisen ist er sehr bekannt. Dort hat er sich mit seiner früheren Tätigkeit für den Fernsehsender FoxNews und Universal Pictures einen Namen gemacht.

In einem Interview mit der Finanznachrichtenagentur Bloomberg erzählte der Anwalt J. Michael Flanagan, sein Mandant sei am 15. Mai von zwei Polizisten der LAPD in der Nähe seines Wohnsitzes angehalten worden. „Sie haben ihn in ein Hotel gebracht, und ihm gesagt: „Du bist ein toter Mann, wenn Du das Hotel verlässt“, sagte Flanagan. „Vielleicht hatte das etwas damit zu tun, dass er 5000 Dollar dabei hatte.“ Mulligan sei daraufhin aus Angst um sein Leben und die 5000 Dollar aus dem Hotel geflohen. Kurz darauf hätten ihn die Polizisten aber wieder aufgegriffen und brutal geschlagen. Bei dem Angriff habe Mulligan 15 Brüche des Nasenbeins und einen Schulterblattbruch erlitten, gab sein Anwalt bekannt.

Seit dem Vorfall sei der Manager arbeitsunfähig. Zudem leide er an panischer Angst vor der Polizei  und habe psychologische Unterstützung in Anspruch nehmen müssen. Mulligan soll sogar Bodyguards angestellt haben, um sich vor weiteren Übergriffen zu schützen.

Die LAPD bestreitet die Vorwürfe – und erzählt eine ganz andere Geschichte. Eine Sprecherin der Los Angeles Polizei sagte dem „Wall Street Journal“, man habe Mulligan aufgegriffen, nachdem besorgte Anwohner die Polizei auf einen verwirrt wirkenden Mann aufmerksam gemacht hätten. Der Mann, dessen Beschreibung auf Mulligan passte, habe versucht, in einem Drive-through eines Schnellimbisses in Autos einzudringen. Daraufhin sei der Banker von zwei Polizeibeamten durchsucht worden. Man habe auch einen Drogentest durchgeführt, der jedoch ergab, dass der Manager nicht unter Drogeneinfluss stand. Anschließend habe man den 52-Jährigen auf eigenen Wunsch in ein Hotel gebracht. Er sei müde gewesen, und habe gesagt, er wolle sich ausschlafen.

Nur wenige Stunden später soll Mulligan den Polizisten bei dem erneuten Versuch, in Autos einzudringen wieder aufgefallen sein. Als die Polizisten Mulligan zur Rede stellten, habe er sich aggressiv verhalten und versucht, die Beamten anzugreifen, sagte die Polizeisprecherin. Daraufhin sei er verhaftet worden.

Zu den Verletzungen Mulligans wollte sich die Polizei nicht äußern. Man wolle den offiziellen Bericht abwarten, erklärte die Sprecherin. Der Einsatz körperlicher Gewalt werde routinemäßig untersucht, die Beamten seien aber weiterhin im Dienst. Die Polizei erwägt nun ihrerseits, Klage gegen Mulligan zu erheben. emy

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