Welt : Deutsche "exekutiert"

Mallorca: Polizei vernimmt erste Zeugen / Vermutlich Profi-Killer PALMA DE MALLORCA (AFP).Einen Tag nach dem Mord an drei Deutschen auf der Insel Mallorca hat die Polizei am Donnerstag erste Zeugen vernommen.Ein spanischer Polizist sagte, der Mord sei "eine regelrechte Exekution" gewesen.Wie die Polizei mitteilte, hatte der getötete Gastwirt Manfred Meisel im Frühjahr zu Bekannten gesagt, daß er um sein Leben fürchte.Die Zeugen hätten Meisel, der auf der Urlauberinsel unter anderem die bei deutschen Touristen beliebte Gaststätte "Bierkönig" betrieb, als "mutigen Geschäftsmann" bezeichnet. Spanische Ermittler vermuten, daß der 49jährige Meisel, sein achtjähriger Sohn Patrick und ihre aus Lüneburg stammende 30jährige Haushaltshilfe in der Nacht zum Mittwoch von zwei Tätern umgebracht wurden.Angesichts der wenigen Spuren und der Art der Morde handele es sich wahrscheinlich um eine von berufsmäßigen Killern ausgeführte "Abrechnung" im Geschäftsmilieu von Mallorca.Bei der Tat wurden allerdings kleinkalibrige Geschosse verwendet, die Profi-Killer in der Regel nicht benutzten.Die Erwachsenen, deren Leichen in einem Büro im Erdgeschoß lagen, wiesen Schußwunden im Nacken auf.Der Junge lag tot in seinem Zimmer im Obergeschoß; vor seinem Bett lagen Patronenhülsen.Die tödlichen Schüsse wurden durch Kissen abgefeuert, welche die Täter offenbar als Schalldämpfer benutzt hatten. Unklar war zunächst noch, wie es den Tätern gelang, in das mit Mauer und Zaun gesicherte Anwesen einzudringen, ohne die fünf Wachhunde aufzuschrecken.Sie hinterließen jedoch Fußspuren in der zweistöckigen Villa, weil es in der Nacht stark regnete. Meisel lebte seit mehreren Jahren auf Mallorca.Er beschäftigte rund 100 Angestellte.Etwa 20 davon kümmerten sich um die Zucht exotischer Vögel, die Meisel auf als Hobby betrieb.Umweltschützer hatten sich bereits besorgt gezeigt, daß dies in einen Handel mit geschützten Tierarten münden könne. In die Ermittlungen sollte nach Angaben von Behördensprecher Job Tilmann auch die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main eingeschaltet werden.In seiner Heimatstadt Frankfurt betrieb Meisel laut Gewerberegister drei Gaststätten.Meisels Frau befand sich zum Zeitpunkt des Mordes wegen einer Schwangerschaft in Frankfurt in ärztlicher Behandlung.

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