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Deutsche in Haft : Jacht mit 1,1 Tonnen Kokain in der Karibik

Die Karibik gilt als Drehscheibe für den Rauschgifthandel. Jetzt wurden 1,1 Tonnen Kokain im Wert von 42 Millionen Euro auf einem Segelboot sichergestellt. An Bord: zwei Deutsche aus Wyk auf Föhr.

Kokain im Schätzwert von 42 Millionen Euro ist auf einer Segeljacht mit zwei Deutschen in der Karibik sichergestellt worden. Auf dem Boot vor der Küste der französisch-niederländischen Insel St. Maarten/Saint Martin (Kleine Antillen) seien 1127 Kilogramm Kokain, hinter Wandverkleidungen versteckt, gefunden worden, teilten das Bundeskriminalamt in Wiesbaden und die Staatsanwaltschaft Flensburg am Dienstag mit. Damit sei ein international agierender Rauschgiftring zerschlagen worden.

Die beiden deutschen Besatzungsmitglieder stammten aus Wyk auf Föhr, sagte Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt. Gegen die beiden Menschen aus Nordfriesland sei Haftbefehl erlassen worden. Inzwischen seien auch ein Niederländer und ein Südafrikaner festgenommen worden.

Das BKA ermittelt demnach bereits seit September 2009 im Auftrag der Staatsanwaltschaft Flensburg und in Abstimmung mit französischen und spanischen Behörden gegen eine multinationale Tätergruppe. Es habe der Verdacht bestanden, dass die Gruppierung große Mengen Kokain mit einer Segeljacht aus der Karibik nach Europa schmuggeln wollte.

Nachdem im vergangen Jahr bereits ein Transportversuch gescheitert war, legten laut BKA die beiden Deutschen am 27. Juni mit einem 13 Meter langen Segelboot von der Karibikinsel Grenada ab und ankerten in der Nacht zum 29. Juni vor der Isla Blanquilla/Venezuela. Am 30. Juni sei die Jacht in Richtung St. Maarten/Saint Martin unterwegs gewesen, vor deren Küste das Schiff am 2. Juli um 3.00 Uhr (karibischer Zeit) vom französischen Zoll aufgespürt wurde.

Bei anschließenden Durchsuchungen in Wyk auf Föhr, in Hamburg, im niedersächsischen Getelo und in Duisburg sowie parallelen Finanzermittlungen seien bisher 400 000 Euro Bargeld, etwa 900 000 Euro an Vermögenswerten, zahlreiche Unterlagen und elektronische Speichermedien sichergestellt worden.

Die Ermittlungen hätten auch dazu geführt, dass am Dienstag ein Niederländer im spanischen Alicante sowie ein Südafrikaner in der Karibik festgenommen werden konnten. Bei dem Südafrikaner handle es sich um den Skipper, der die mit Kokain beladene Segeljacht aus der Karibik über den Atlantik nach Europa führen sollte.

Der verhaftete Föhrer soll laut „Flensburger Tageblatt“ unter anderem Segeltörns in der Karibik sowie Schiffsüberführungen angeboten haben. Erst Ende Mai seien der Mann und seine Begleiterin von einer Schiffsüberführung aus der Karibik zurückgekehrt. Am 18. Juni brachen sie dem Bericht zufolge erneut auf. Die Flensburger Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt äußerte sich zu diesen Angaben nicht. (dpa)

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