• Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG): Zahl der Badetoten in Deutschland steigt - weil viele Flüchtlinge nicht schwimmen können

Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) : Zahl der Badetoten in Deutschland steigt - weil viele Flüchtlinge nicht schwimmen können

In diesem Jahr hat es in Deutschland deutlich mehr Badetote gegeben als 2014. Flüchtlinge sind laut DLRG deutlich überrepräsentiert.

Nane Khachatryan
Ein Rettungsschwimmer der DLRG überwacht am 22.08.2015 bei schönstem Sommerwetter die Nordseelagune in Butjadingen (Niedersachsen). Die DLRG vermeldet für den Sommer 2015 deutlich mehr Badetote als noch für 2014.
Ein Rettungsschwimmer der DLRG überwacht am 22.08.2015 bei schönstem Sommerwetter die Nordseelagune in Butjadingen...Foto: dpa

Die Zahl der Badetoten in Deutschland steigt. Nach den aktuellen Zahlen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sind seit Jahresbeginn in deutschen Gewässern 374 Menschen ertrunken und damit um 17,24 % mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

„Das sind leider die Schattenseiten eines schönen Sommers‘‘ sagte der DLRG-Präsident Hans-Hubert Hatje. Im Vergleich mit dem Sommer 2014 (Juni bis August) verloren 53 Menschen mehr ihr Leben. Besonders die hohe Zahl der ertrunkenen Flüchtlinge (27) bereitet der DLRG erhebliche Sorgen. Vergleichszahlen zum Vorjahr gibt es nicht. Die Reaktion der DLRG war die kurzfristige Übersetzung der Baderegeln in über 25 Sprachen.

Die meisten Menschen (97%) ertranken nach wie vor in Binnengewässern. 133 Menschen kamen in Flüssen und Bächen ums Leben. 175 in Seen und 15 in Kanälen. 11 Menschen starben in den Wellen von Nord- und Ostsee. Zehn Menschen ertranken in einem Schwimmbad, vier in einem privaten Gartenteich oder Swimmingpool, 26 weitere verloren in einem Hafenbecken, Graben oder an anderen Orten ihr Leben.

Fast die Hälfte der Zehnjährigen sind keine sicheren Schwimmer

Die meisten Opfer ertranken in unbewachten Gewässern. ,,Selbstüberschätzung, gesundheitliche Vorschädigungen, Übermut, Leichtsinn und Unkenntnis über mögliche Gefahren sind oft Ursache für tödliche Unfälle im Wasser, erklärt der DLRG-Präsident Hatje. Das Risiko in unbewachten Gewässern zu ertrinken sei um ein Vielfaches größer als in Bädern und Küsten, die von Rettungsschwimmern bewacht werden.

Keine Veränderungen gegenüber den Vorjahren gibt es  auch in der Verteilung nach Geschlecht: 69 ertrunkenen Frauen (18,45 %) stehen 298 Männer (79,68 %) gegenüber. 171 Personen waren 50 Jahre und älter als sie ertranken. In der Altersklasse 71 bis 80 ertranken 76 Männer und Frauen. Besonders betroffen sind ältere Männer.

Auch die Zahl der ertrunkenen Kinder ist im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum hoch geblieben - 22 Jungen und Mädchen im Alter bis 15 Jahren. Fast 50% der Zehnjährigen sind keine sicheren Schwimmer. Somit hält die DLRG auf Nachfrage die Ergebnisse der repräsentativen Studie des Meinungsforschungsinstitutes forsa aus dem Jahre 2010 zur Schwimmfähigkeit auch heute noch für aktuell. „Dies zeigt deutlich, dass der Schwimmunterricht in den Schulen konsequent durchgeführt werden muss‘‘, sagt DLRG-Chef Hatje. Die DLRG fordert nachdrücklich die Kommunen auf, gerade den Grundschulen einen Zugang zu Bädern ermöglichen.

 

 

 

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