Welt : Deutsche Opfer: "Keine konkreten Angaben"

Julia Rehder

Der verheerende Anschlag auf das World Trade Center in New York stellt auch im Bereich der Opfersuche gewohnte Verfahren auf den Kopf. "Das ist eine Sondersituation - so etwas hat es noch nicht gegeben", sagt ein Pressesprecher vom Auswärtigen Amt in Berlin. Bei anderen Katastrophen könnten zumeist zwei Listen abgeglichen werden, die der Vermissten und die der Toten, in diesem Fall müssen sich Angehörige und Freunde allerdings in Geduld üben. "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können wir keine konkreten Angaben machen", bedauerte der Pressesprecher immer wieder. Das liege zum einen daran, dass nur wenig Opfer gefunden werden, zum anderen, dass die Bergungsarbeiten noch andauern.

Die Liste mit den Namen der vermissten Personen sei aber ständig im Fluß. Das Bürgerzentrum in Nordrhein-Westfalen konnte am Donnerstag Morgen einen Namen von der Liste streichen, weil eine Mutter Nachricht von ihrem Sohn erhalten hatte.

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Osama bin Laden: Amerikas Staatsfeind Nummer 1 gilt als der Hauptverdächtige Mit konkreten Zahlen werde nach Aussagen von New Yorks Bürgermeister Rudolph Giuliani erst in zwei bis drei Wochen zu rechnen sein. Bislang hat das Auswärtige Amt keine Hinweise darüber, dass über die vier bestätigten Todesfälle hinaus weitere Deutsche in den gekidnappten Maschinen in den USA saßen. Ein Sprecher des Ministeriums sagte, am Donnerstag in Berlin, befürchtet werde aber, dass auch beim Einsturz des New Yorker World Trade Centers (WTC) Deutsche ums Leben gekommen sind.

Die bisher bekannten deutschen Opfer saßen alle in den von Terroristen entführten Maschinen. Drei Mitarbeiter einer baden-württembergischen Technologiefirma waren an Bord eines der beiden Flugzeuge, die auf das World Trade Center in New York gelenkt worden waren. Das Deutsche Weininstitut in Mainz bestätigte, dass einer ihrer Mitarbeiter in der entführten Maschine saß, die im US-Bundesstaat Pennsylvania zerschellte.

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