Welt : Deutsche Retter im Einsatz

Berlin gibt zunächst eine Million Euro

Ruth Ciesinger

Berlin - Selbst wenn das ganze Ausmaß der Katastrophe immer noch nicht abzusehen ist, schon am Samstag war klar: Pakistan braucht Hilfe, um mit den Folgen des Erdbebens fertig zu werden. Neben den UN, den USA und anderen Ländern hat deshalb auch Deutschland seine Unterstützung zugesagt. Aus der eine Million Euro, die das Auswärtige Amt bereitgestellt hat, wird diese Nothilfe finanziert.

Seit Montag sucht nun ein 15-köpfiges Team des Technischen Hilfswerks (THW) in der fast völlig zerstörten Provinzhauptstadt von Asad Kaschmir, Musafarabad, nach Überlebenden. Mit Spezialkameras ausgerüstet, die tief in den Trümmerhaufen noch Menschen aufspüren können, und mit Kettensägen und Kernbohrern, um schwere Betonplatten zu zersägen. Das Ende ihres Einsatzes ist erst einmal offen. Die in Afghanistan stationierten deutschen Truppen haben 50 Soldaten, darunter vor allem Sanitäter, nach Pakistan geschickt, am Dienstag sollen außerdem zwei Bundeswehrhubschrauber in Islamabad eintreffen. Denn nur über den Luftweg können viele verschüttete Orte in der Gebirgsregion von Asad Kaschmir überhaupt erreicht werden.

Auch das Deutsche Rote Kreuz schickt am Mittwoch eine Maschine nach Islamabad, an Bord sind vor allem Medikamente sowie zwei Geländewagen. Ein Arzt fliegt auch mit, darüber hinaus aber keine weiteren Helfer, sagt DRK- Sprecher Lübbo Roewer. Der Rote Halbmond habe genügend Einsatzkräfte vor Ort. Gleiches gilt auch für bestimmte Hilfsgüter. Zelte zum Beispiel, in denen die Menschen unterkommen können: „In Pakistan produzieren die größten Zeltfabriken weltweit“, sagt Loewer. Ihn erinnert die Situation nach dem Erdbeben fatal an die Lage nach dem Tsunami im vergangenen Dezember. Auch in Pakistan beschränke sich das Unglück nicht auf einen Ort allein, sagt er, deshalb sei jetzt „eine ausgesprochen gute Koordination“ gefordert. Leider habe nur Pakistan „bisher keinen eigenen Katastrophenschutz“.

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