Welt : Deutsche weniger kriminell

Zahl der Delikte sinkt, die Gewalt wächst

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Berlin - Die Kriminalität in Deutschland ist im vergangenen Jahr zurückgegangen, wie aus der am Montag in Berlin veröffentlichten Kriminalitätsstatistik hervorgeht. Die Polizei registrierte 6,39 Millionen Delikte – 3,6 Prozent weniger als im Jahr 2004. Die Aufklärungsquote der Fahnder stieg erneut leicht um 0,8 Prozent auf jetzt 55 Prozent an. Dies sei ein Rekord, sagte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble in Berlin. Im internationalen Vergleich sei Deutschland eines der sichersten Länder der Welt. Einen besonders deutlichen Rückgang gab es bei der Kinderkriminalität bis 14 Jahre, die um fast elf Prozent zurückging. Bei den Jugendlichen nahmen die Delikte ebenfalls um rund vier Prozent ab. Stark gesunken sind auch Straßenraub-Delikte (minus 5,6 Prozent), Diebstahlsdelikte (minus 7,9 Prozent) und Wohnungseinbrüche (minus 11,6 Prozent). Der kontinuierliche Rückgang bei Mord und Totschlag setzte sich ebenfalls fort. Hier registrierte die Polizei 3,4 Prozent weniger solcher Fälle. Die Aufklärungsquote liege bei über 96 Prozent. Einen spürbaren Rückgang gab es bei den Fällen sexuellen Kindesmissbrauchs (minus 8,5 Prozent). Bei den Straftaten, bei denen Ausländer tatverdächtig sind, zeigt die Statistik einen überproportionalen Rückgang um fünf Prozent.

Eine deutliche Zunahme von Straftaten gab es bei der gefährlichen und schweren Körperverletzung, wo die Polizei 5,3 Prozent mehr Delikte erfasste. Schäuble betonte aber, dies bedeute nicht unbedingt eine tatsächliche Zunahme dieser Straftaten. Vielmehr sei die Öffentlichkeit stärker für Gewalt, insbesondere gegen Frauen und Kinder, sensibilisiert worden. Auch habe die Polizei ihre Ermittlungen in diesem Bereich verstärkt. AFP

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