Deutscher Überlebender auf Phuket : "Wir haben uns selbst gerettet"

Keine Hilfe, verklemmte Notausgänge, überall Rauch: Einer der deutschen Überlebenden berichtet, wie er sich aus dem total zerstörten Flugzeugwrack befreien konnte. Bei dem verheerenden Unglück kamen nach letzten Angaben 89 Menschen ums Leben.

Flugzeugwrack
Rettungskräfte an der ausgebrannten Unglücksmaschine. -Foto: dpa

Phuket/SingapurNach der Bruchlandung eines Passagierflugzeugs am Sonntag auf der thailändischen Ferieninsel Phuket waren die Passagiere völlig auf sich selbst gestellt. "Wir haben uns selbst gerettet, da war kein Personal", sagte Christoph Falchetti aus Leipzig. Er saß mit seinem österreichischen Freund Marcel Sqinobal auf den Plätzen 28 A und B. "Zwei Reihen vor uns war ein Notausgang, da sind wir raus." Sein Freund fiel etwa zwei Meter tief in einen Graben und verletzte sich leicht am Rücken. Er selbst sei über den Tragflügel hinuntergerutscht, sagte Falchetti.

"Es geht uns eigentlich relativ gut", sagte der junge Mann, der in Lauterach bei Bregenz in Österreich lebt. Ihre Verletzungen seien wahrscheinlich in etwa zwei Wochen auskuriert. "Körperlich haben wir nur leichte Verletzungen, aber psychisch ist das schwer zu verdauen", sagte Falchetti, der im Bangkok-Krankenhaus in Phuket behandelt wird. "Wir haben alles noch genau vor Augen, wir haben die ganze Nacht kaum geschlafen. Immer kommen die Bilder zurück, jedes einzelne."

"Da war niemand"

Nach seinen Angaben war der Aufprall bei der Bruchlandung so heftig, dass viele Menschen offenbar sofort bewusstlos waren. "Es war alles voller Rauch, und heiß ohne Ende", sagte Falchetti. Die hinteren Notausgänge seien nur einen Spalt zu öffnen gewesen. Dort hätten einige Passagiere nur Luft holen können, ehe sie auch durch den Ausgang in der Mitte des Flugzeugs ins Freie sprangen.

Falchetti stand nach eigenen Angaben einige bange Minuten lang auf dem Rollfeld. "Da war niemand", sagte er. Alle hätten Angst gehabt, dass jeden Moment eine weitere Maschine landen könne. "Es hat in Strömen geregnet, der Wind war so stark und es war richtig kalt - ich konnte nicht mehr", sagt Falchetti, der mit seinem Freund eine von insgesamt drei geplanten Wochen Urlaub hinter sich hatte.

Jetzt wollten die beiden nur noch zurück. Sie müssten aber auf neue Reisepässe warten. "Wir haben nichts mehr, außer Hemd und Hose", sagte er. "Einer von uns hatte noch ein Portemonnaie in der Tasche, so haben wir wenigstens ein bisschen Bargeld." Nach Angaben von Falchetti war der deutsche Honorarkonsul auf Phuket im Krankenhaus und kümmere sich um seine Landsleute. (mit dpa)