Diana-Prozess : Nichts als die Wahrheit

Resümee: Im Diana-Prozess hat der Richter ein Mordkomplott ausgeschlossen.

Lady Diana
Princess Diana. Keine Hinweise auf einen Mord. -Foto: dpa

London Die gerichtliche Untersuchung des Todes von Prinzessin Diana hat nach Angaben des Vorsitzenden Richters keine Hinweise auf ein Mordkomplott erbracht. Entsprechende Anschuldigungen hätten „nachweislich keine Substanz“, sagte Richter Scott Baker am Montag in London nach sechsmonatiger Untersuchung.

Damit wies er vor allem die These des Vaters von Dianas Freund Dodi Fayed zurück, das Königshaus und der britische Geheimdienst hätten Dianas und Dodis Tod gewollt, weil sie keinen Muslim in der Familie haben wollten. Diana und ihr Freund Dodi waren im August 1997 bei einem Autounfall in Paris gestorben.

„Es gibt keinen Beweis, dass der Herzog von Edinburgh (Prinz Philip) Dianas Tod befohlen hat, und es gibt keinen Beweis, dass der Geheimdienst oder irgendeine andere Regierungsorganisation ihn organisierten“, sagte Baker in seiner Zusammenfassung des Verfahrens. „Die diversen Vermutungen haben sich als so nachweislich unwahr erwiesen, dass sie selbst von Mohamed Fayeds Anwalt nicht mehr verfolgt werden.“ Die Anschuldigungen enthielten „nicht einen Funken Wahrheit“.

Bakers Resümee aus sechs Monaten Prozess ist die Grundlage für die Abschlussberatungen der Geschworenen. Diese hatten im Laufe des Verfahrens 250 Zeugen gehört und auch den Unfallort in Paris besucht. Unter anderem trat Dodis Vater vor die Geschworenen, wobei er Prinz Philip, den Mann von Königin Elizabeth II., einmal erneut als „Nazi“ beschimpfte.

In dem Prozess wurde der Tod von Diana und Dodi nochmals geprüft, obwohl zuvor Untersuchungen der französischen und britischen Polizei zu dem einhelligen Schluss gekommen waren, dass es sich um einen „tragischen Unfall“ handelte. Dieser sei durch den betrunkenen Fahrer der beiden verursacht worden. Diese Schlussfolgerung legte Baker nun auch den Geschworenen in London nahe.

Allerdings machte er sich und allen Beteiligten keine Hoffnung auf eine endgültige Beilegung des Falls: „Die, die tief und fest an die Mordtheorie glauben, werden dies weiter tun – egal, wie Ihr Urteil ausfällt“, sagte Baker zu den Geschworenen. Mohamed Fayed habe aber unter Eid versichert, dass er das Urteil akzeptieren werde. (Tsp/AFP)

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