Welt : Die Affen ziehen nicht an den Kabeln

Wissenschaftsflug im All / Kritik von Tierschützern Moskau (dpa).Zwei Rhesusäffchen fliegen seit drei Tagen in einem russischen Satelliten durch das Weltall.Der auf zwei Wochen angelegte wissenschaftliche Flug um die Erde verlaufe nach Plan, teilte der Sprecher des Medizinisch-Bilogischen Institutes, Dmitri Malaschenkow, am Donnerstag mit."Die Affen verhalten sich korrekt und ziehen nicht an den Kabeln." Die beiden Affen "Multik" und "Lapik" waren Heiligabend mit einer Rakete vom Typ Sojus-U vom nordrussischen Raumbahnhof Plessezk ins All geschossen worden.Tierschützer hatten das Projekt kritisiert. Wissenschaftler erhoffen sich von der Primaten-Mission Aufschluß über die sogenannte Raumfahrerkrankheit, die Menschen im Zustand längerer Schwerelosigkeit befällt.Die beiden Äffchen stammen aus dem Medizinischen Primateninstitut in Adler bei Sotschi (Südrußland). Mit an Bord des Satelliten Bion-11, der in einer Höhe von bis zu 400 Kilometern um die Erde kreist, sind auch Fliegen, Schnecken, Käfer und Pflanzen.An ihren Organismen werden Abweichungen vom Biorhythmus untersucht.An den Affen werden Reaktionstests unternommen.Nach zwei Wochen sollen die Tiere mit einer Landekapsel wieder zur Erde zurückkehren.An dem Projekt Bion-11 sind unter anderem auch die USA und Frankreich beteiligt. In die Gehirne, Muskeln und Haut der Affen, die fest angeschnallt in einem Spezialsitz hocken, sind Meßgeräte und Elektroden implantiert.Die Messungen sollen später Erkenntnisse über den schlechten Gesundheitszustand von Astronauten besonders in den ersten Tagen im Weltraum liefern.Raumfahrer leiden in der Regel an Übelkeit und Immunschwäche.Kritik von Tierschützern an der Affen-Mission im All wies Malaschenkow zurück.Man sei sich aber darüber im klaren, daß der Organismus der Affen beeinträchtigt werde.Eine internationale Bioethik-Kommission habe das Projekt jedoch geprüft und gebilligt.Bei Tests solle geprüft werden, ob die Affen verschiedene Gegenstände wiedererkennen. Wenn Lapik und Multik wieder heil gelandet sind, kehren sie zurück ins Affenzentrum am Schwarzen Meer, oder sie werden verschenkt."Abrek", der erste Affe, den die Russen in den 70er Jahren ins All geschickt hatten, ging an Kubas Revolutionsführer Fidel Castro. Tiere waren die unfreiwilligen Pioniere im Weltall.Die sowjetische Raumfahrt stellte in den 50er Jahren vor allem Versuche mit Hunden im All an.Das erste und bis heute wohl bekannteste Lebewesen, das die Erde verließ, war die Eskimohündin "Laika".Das Tier überlebte die Reise im November 1957 nicht.

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