Welt : Die Braut trug weiß

Sie haben „oui“ gesagt: Carla Bruni und Nicolas Sarkozy sind verheiratet

Zwischen hektischen Beratungen über die Krise im Tschad hatte Frankreichs umtriebiger Präsident Nicolas Sarkozy am Wochenende noch Zeit zur Regelung einer privaten Angelegenheit: Genau 20 Minuten dauerte der standesamtliche Akt, bei dem sich der 53-jährige Staatschef und seine Freundin, die 40-jährige Sängerin Carla Bruni, das Ja-Wort gaben. Es war eine Zeremonie von „großer Schlichtheit“, sagte Francois Lebel, der Bürgermeister des 8. Pariser Arrondissements, der die Trauung im ersten Stock des Élysée-Palastes vollzog. Etwa zwanzig Personen seien bei diesem „Moment familiärer Intimität“ zugegen gewesen, berichtete Lebel im Rundfunksender Europe 1.

Trauzeugen waren Nicolas Bazire, der ehemalige Kabinettschef des früheren Premiers Eduard Balladur und heutige Geschäftsführer des Luxuskonzerns Louis Vuitton Moët Hennessy, und Mathilde Agostinelli, Pressechefin des Modekonzerns Prada – eine Freundin Brunis, die früher mit Sarkozys geschiedener Frau Cécilia eng verbunden war.

Während sich der Élysée-Palast auf eine knappe Bestätigung der Hochzeit beschränkte, schwärmte Lebel, als Mitglied der regierenden UMP ein Parteifreund des Präsidenten, von seiner Amtshandlung: Die Braut sei in Weiß gekleidet gewesen und habe „entzückend“ ausgesehen. „Aber der Bräutigam war auch nicht schlecht“, fuhr er fort. Die frisch Vermählten hätten die Ringe getauscht und sich traditionelle Wangenküsse gegeben.

Auch die historische Bedeutung wusste der Bürgermeister zu würdigen: Es sei „das erste Mal in der Geschichte der V. Republik“, dass ein Präsident während seiner Amtszeit geheiratet habe. Doch der allererste Präsident, der im Élysée heiratet, ist Sarkozy nicht. Zwei ferne Vorgänger, Raymond Poincaré (1913 – 1920) und Gaston Doumergue (1924 – 1931), hatten sich im Amt trauen lassen.

Sarkozy und Bruni, die nach dem Ende ihrer Tätigkeit als Mannequin eine Karriere als Sängerin startete, lernten sich erst im November vergangenen Jahres kennen. Kurz zuvor hatte sich Sarkozy von seiner zweiten Frau Cécilia scheiden lassen. Bei einem gemeinsamen Weihnachtsurlaub in Ägypten traten sie ohne Diskretion als Liebespaar auf. Nachdem Sarkozy bei einer Pressekonferenz erklärte, ihre Beziehung sei „etwas Ernstes“, war eine Eheschließung erwartet worden. Protokollarische Schwierigkeiten, wie zuletzt bei der Indien-Reise Sarkozys, die Bruni nicht begleiten konnte, dürften die Entscheidung beschleunigt haben.

Auch der Absturz in Meinungsumfragen, nach denen nur noch 41 Prozent der Franzosen mit ihrem Präsidenten zufrieden sind, könnte Sarkozy bewogen haben, unter die privaten Schlagzeilen einen Schlussstrich zu ziehen.

Für Sarkozy ist es die dritte Ehe. Aus zwei früheren Ehen hat er drei Söhne. Bruni hatte Beziehungen mit Eric Clapton und Mick Jagger, dem Immobilienkönig Donald Trump und dem Anwalt Arno Klarsfeld . Aus der Liaison mit dem Philosophen Raphel Enthoven hat sie einen sechsjährigen Sohn. Im Februar beginnen Aufnahmen für ihr neues Album.

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