• „Die Brille ist das Problem“ Star-Regisseur Emmerich sieht in 3-D keine Zukunft

Welt : „Die Brille ist das Problem“ Star-Regisseur Emmerich sieht in 3-D keine Zukunft

Berlin - Zur Zeit läuft praktisch alles in 3-D. Man kommt nicht mehr daran vorbei. Nicht nur bei den allgegenwärtigen Animationsfilmen muss die selten stilarme Brille immer dabei sein. Selbst ein „Harry Potter 7.2“ ist nur in wenigen Kinosälen brillenfrei genießbar. Jetzt hat sich ein Großer der Branche mit deutlichen Sätzen dazu zu Wort gemeldet. In einem „Spiegel“-Gespräch bekannte der deutsche Hollywood-Regisseur Roland Emmerich, dass er Probleme mit dem 3-D-Kino und den dazugehörenden Brillen für die Spezialeffekte hat. „Die Brille ist das Problem“, sagte Emmerich in dem Gespräch. „Man hat komischerweise weniger Kontakt zu seinem Nachbarn im Kino“, sagte er. „Deshalb glaube ich auch nicht, dass sich 3-D durchsetzen wird.“

Das Filmgeschäft sieht der Star-Regisseur jenseits von den Fragen rund um das Thema 3-D vor revolutionären Umwälzungen. „Es wird künftig schlicht weniger Geld umgesetzt“, sagte er. Das habe mit dem zusammenbrechenden DVD-Geschäft, aber auch neuen Online-Portalen zu tun. „Die ganze Art, wie wir Geld verdienen, wird sich verändern“, prophezeite Emmerich. „Ich glaube, dass die Filmwirtschaft jetzt mit zehn Jahren Verspätung erlebt, was das Musik-Business schon hinter sich hat.“

Er wolle künftig öfter kleine Projekte realisieren, kündigte Emmerich an. Denn große Projekte seien „in jeder Hinsicht erschöpfend“, sagte er. „Dauernd kochen und dampfen tausend andere Dinge und Fragen, der Druck ist so groß, dass ich mich dann manchmal nach dem Ursprung des Filmens zurücksehne.“ An kleineren Filmen zeige sich zudem, wie erfolgreiche Filme auch billig produziert werden können. Es sei „verrückt“, dass in Großproduktionen manchmal „zehn Millionen“ für Dinge ausgegeben würden, die später nicht einmal im Film auftauchten. Tsp/dpa

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