Welt : Die Entführer sind umzingelt

Sicherheitskräfte kennen das Versteck der Täter im Sudan – auch ein Berliner ist unter den Gefangenen

Martin Gehlen[Kairo]

Sudanesische Sicherheitskräfte haben fünf Tage nach der Entführung von elf westlichen Touristen begonnen, den vermutlichen Aufenthaltsort der Gruppe im Grenzgebiet zwischen Sudan und Ägypten einzukreisen. Man habe nicht die Absicht, mit Gewalt vorzugehen, betonte ein Sprecher des Außenministeriums in Khartum. Auf ägyptischer Seite war die Region bereits am Vortag abgeriegelt worden. Beide Staaten erklärten, sie handelten in enger Koordination miteinander. Das oberste Ziel sei, die Gefangenen unversehrt freizubekommen. Nach sudanesischen Angaben geht es den Safarireisenden gut, obwohl die Temperaturen in der nahe der ägyptischen Grenze liegenden Wüstenregion Dschebel Uweinat im September noch auf 40 Grad klettern können. Bei den Geiseln handelt es sich überwiegend um ältere Menschen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AP stammen zwei von ihnen aus Baden-Württemberg, eine 69-jährige Frau aus Mannheim sowie ein 37-jähriger Mann, der mit der ebenfalls entführten Rumänin verheiratet ist. Bei den weiteren Deutschen handelt es sich um ein Paar aus Kassel im Alter von 57 und 60 Jahren sowie um einen 65-jährigen Mann aus Berlin. Die italienischen Geiseln, drei Frauen und zwei Männer, kommen alle aus Turin. Zwei von ihnen sind über 70, ein Mann ist 68 Jahre alt.

Wie unterdessen die unabhängige ägyptische Tageszeitung „Al Mesryoon“ unter Berufung auf Quellen im Tourismusministerium in Kairo berichtet, hat es in der Wüstengegend nahe dem Sudan auch zuvor schon mehrfach Geiselnahmen gegeben. Die seien alle rasch und „unbürokratisch“ mit einer Lösegeldzahlung vor Ort erledigt worden. Genauso hätten die Ägypter auch in dem jüngsten Fall der 19 Geiseln verfahren wollen.

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