Welt : Die "Kursk" liegt schon im Dock

Moskau (dpa).

Moskau (dpa). Das russische Atom-U-Boot "Kursk" ist mehr als 14 Monate nach dem Untergang in der Barentssee eingedockt worden. Das Dockschiff "Giant-4" mit dem darunter vertäuten "Kursk"-Wrack machte am Sonntag in einem Dock der Marine bei Murmansk fest, wie die Nordflotte mitteilte. In der kommenden Woche sollen Gerichtsmediziner im Rumpf nach den Leichen der ursprünglich 118 Seeleute suchen. Zudem erhofft sich die Marine Aufschluss über die genaue Ursache der Katastrophe vom 12. August 2000.

Im Schwimmdock PD-50 soll in den kommenden fünf Tagen das mit 26 Stahlseilen unter dem Dockschiff "Giant-4" vertäute U-Boot abgesetzt werden. Erst wenn "Giant-4" aus dem Dock gezogen worden ist und die "Kursk" zum ersten Mal seit August 2000 wieder die Wasseroberfläche durchbrochen hat, steigen Untersuchungs-Experten in das Wrack.

Technische Probleme hatten das Eindocken der Anfang Oktober durch niederländische Bergungsunternehmen vom Meeresgrund gehobenen und an Land bugsierten "Kursk" behindert. Zuletzt verzögerte zu viel Tiefgang des Schleppzuges die Einfahrt in das Marinedock Rosljakowo, so dass das Gewicht der "Giant-4" noch um 500 Tonnen verringert werden musste. Messungen ergaben keine erhöhte Strahlung im Dock.

Mit der Bergung des einstmals modernsten U-Boots der russischen Nordflotte hat Präsident Wladimir Putin sein Versprechen halten können, alles zu tun, damit die Leichen der Seeleute in heimischer Erde begraben werden. Experten bezweifeln jedoch, ob sich angesichts der schweren Explosionen an Bord und der Bedingungen in 100 Meter Meerestiefe noch einzelne Opfer identifizieren lassen.

Auch mit der Bergung der "Kursk" dürfte nach Expertenmeinung das Rätselraten über die genaue Ursache der Explosionen an Bord kein schnelles Ende finden. Vor der Hebung hatten Tieftaucher den stark beschädigten Bug abgesägt, dessen hochexplosive Munitionsreste ein zu großes Risiko darstellten. Noch ist unklar, ob und wann Russland den für die Aufklärung wichtigsten Teil der "Kursk" hebt, dessen Zerstörung vermutlich den Untergang des gesamten U-Boots verursachte.

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