Welt : DIE letzte MELDUNG

Gegacker

Wenn der New Yorker IT-Experte Benjamin Stein von Estell, Ronda und Ross erzählt, gerät er ins Schwärmen. „Ich liebe es, sie von meiner Hängematte aus beim Staubbad zu beobachten.“ Aber vor allem schwört der 30-Jährige auf die frisch gelegten Eier der drei Hühner. Sie seien besser als „alle, die man hier in Supermärkten kaufen kann.“  Auf die Idee kam er, als er damals aus seinem Apartment in Manhattan in ein Haus im Stadtteil Brooklyn zog. Mit seiner Leidenschaft ist Benjamin Stein nicht allein. In vielen Hinterhöfen und Gärten von US-Metropolen scharrt und pickt inzwischen Federvieh. Ob in Atlanta oder Seattle – immer mehr Amerikaner entdecken die Hühnerzucht für sich. Sie treffen sich in Gruppen, um sich über die richtige Pflege und Ernährung der Tiere auszutauschen. Sie kaufen Hühnerwindeln auf chickendiapers.com. Sie diskutieren in backyardchickens.com über das Temperament japanischer Bantams. Das immer lautere Gegacker in Hinterhöfen ruft nun auch die Behörden auf den Plan. Die Stadt Baltimore ergänzt ihre Bauvorschriften, damit künftig auch die Geflügelhaltung berücksichtigt ist. In Chicago, South Portland und Madison  erreichten es Federviehbesitzer, dass ihr Hobby legalisiert wird. dpa

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