Welt : DIE letzte MELDUNG

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Kirche liefert Dorf der Sünde aus

Viele der 1200 Bewohner des spanischen Dorfes Sinarcas wollen den neuen Pfarrer loswerden. Der Streit ist so weit eskaliert, dass die Kirche eine Strafe aus dem elften Jahrhundert über Sinarcas verhängte: Bis auf Weiteres dürfen dort keine Gottesdienste mehr gefeiert werden. „Die Gläubigen sind der Sünde ausgeliefert“, schrieb eine örtliche Zeitung. Der Zwist geht auf ein Volksfest zurück. Laiendarsteller parodierten die damalige Einführung der Homo-Ehe. Dabei erhielt ein schwules Paar von einem Priester den Segen. Pfarrer Javier Abad stürmte auf die Jugendlichen los, beinahe wäre es zu Handgreiflichkeiten gekommen. Zum Bruch kam es schließlich, als Sinarcas das Fest des Heiligen Markus feierte – mit reichlich Wein, wie seit Jahrhunderten. Abad verurteilte die „Exzesse“. Aus Protest veranstalten Jugendliche daraufhin ein Trinkgelage vor der Dorfkirche. „Er soll gehen, wir wollen ihn hier nicht mehr haben“, schimpften Einwohner, für die Ortsfeste heilig sind. Der sozialistische Bürgermeister bat die Kirche, das Gottesdienstverbot zurückzunehmen, weil die nächste Kirche acht Kilometer weit entfernt ist und es viele Alte im Ort gibt. dpa

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