Welt : Die Staatsanwaltschaft verurteilt den Täter zu zwölf Jahren Haft

Der Thomy-Erpresser soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft für zwölf Jahre in Haft. Seine Verteidigerin plädierte am Montag vor dem Frankfurter Landgericht hingegen auf eine Strafe von höchstens acht Jahren. Das Urteil wird am Donnerstag verkündet.

In seinem Plädoyer legte Staatsanwalt Wilhelm Möllers dem angeklagten Deutsch-Rumänen Alexandru Nemeth versuchte schwere räuberische Erpressung sowie gemeingefährliche Vergiftung von Lebensmitteln zur Last. Nach Möllers Überzeugung ist der 43-jährige auf Grund seines Geständnisses und zahlreicher Beweismittel überführt, von September 1996 bis zu seiner Verhaftung im September 1998 Produkte der Firma Thomy und der Konzernmutter Nestle vergiftet zu haben.

Nemeth wollte Rohdiamanten im Wert von rund 25 Millionen Mark erpressen, die von Brieftauben überbracht werden sollten. Die Tauben wurden ihm zum Verhängnis, als ein mit einem Peilsender ausgestatteter Vogel die Polizei zu seinem Schrebergarten im Vordertaunus führte. Die hohe Gefährdung von unbeteiligten Lebensmittel-Konsumenten rücke den Erpressungsfall "in die Nähe zum versuchten Tötungsdelikt", sagte der Staatsanwalt. Strafverschärfend müsse sich ferner auswirken, dass der Erpresser dem Nestle-Konzern einen finanziellen Schaden in zweistelliger Millionenhöhe zugefügt habe. Die Giftdrohungen hatten zu spektakulären Suchaktionen in Lebensmittelmärkten und Umsatzeinbrüchen geführt.

Die Verteidigung plädierte auf die Berücksichtigung strafmildernder Gesichtspunkte und verlangte eine Haftstrafe von höchstens acht Jahren. Zu Gunsten des Erpressers wertete seine Anwältin, dass er mit Informationen über seine Vergiftungsaktionen den Schaden begrenzt habe.

0 Kommentare

Neuester Kommentar