Welt : Die Statik der Eishalle nicht geprüft?

Traunstein - Der Bau der vor zwei Jahren eingestürzten Eissporthalle von Bad Reichenhall ist nach Auffassung des Traunsteiner Landgerichts ohne Genehmigung begonnen worden. Der zweite Verhandlungstag im Prozess um die Katastrophe mit 15 Todesopfern startete am Montag mit einem entsprechenden rechtlichen Hinweis der Großen Strafkammer. Demnach hätte mit den Bauarbeiten nur angefangen werden dürfen, wenn eine geprüfte Baustatik in den Unterlagen gewesen wäre. Bei den Verteidigern der Angeklagten machte das Wort vom „Schwarzbau“ die Runde. Die Vorwürfe richten sich damit immer stärker gegen Verantwortliche der oberbayerischen Stadt, die aber selbst nicht auf der Anklagebank sitzen.

In dem Verfahren müssen sich drei Bauingenieure und Architekten wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Den Männern im Alter zwischen 54 und 67 Jahren werden Fehler und Mängel beim Bau beziehungsweise der Begutachtung der Halle vorgeworfen. Das Verfahren gegen den einzigen städtischen Angeklagten, den damaligen Vize-Stadtbaumeister, wurde kurz vor Prozessbeginn abgetrennt, weil der 71-Jährige dringend operiert werden muss. Bei der Katastrophe am 2. Januar 2006 waren zwölf Kinder und Jugendliche sowie drei Erwachsene ums Leben gekommen. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben